Wo die Grenzen zwischen Kunst und Künstlichkeit verwischen, kann Kitsch entstehen – oder Großes. Der Tatort befindet sich selten an dieser Grenze, doch von Zeit zu Zeit gibt es Regisseure, die sich genau daran versuchen. Sebastian Marka ist einer von ihnen. Und eins vorweg: Ihm gelingt der Spagat.

Sein großes Glück: In Ulrich Tukur hat er einen Schauspieler gefunden, der genau dann am besten ist, wenn er an dieser Grenze entlangspielen darf. Und wenn Kamera, Szenenbild, Ton und Drehbuch ihm den Rahmen bieten, den es dafür braucht.

Nehmen wir diese Morde. Da liegen fünf Menschen in der Badewanne, alles ist voller Blut, doch die Bilder wirken so schaurig-schön, als entstammten sie dem Hirn eines Matthew Barney.

Ein zynisches Spiel beginnt

Und zwischen all diesen Mordfällen, da steht Murots Kollegin Wächter, es ist sein Geburtstag, und er will Feierabend machen, während die anderen Kollegen feiern wollen. "Leben Sie doch mal ein bisschen!", sagt sie – fast schon ein bisschen bettelnd.

Währenddessen: geschieht der nächste Mord. Und dann ruft der vermeintliche Täter Murot an – und will ihn treffen. Ein zynisches Spiel beginnt, doch die Regeln, die macht nicht der Mörder. Glaubt zumindest Murot.

Ein Krimi, der schaudern lässt

Manchmal ein bisschen zu viel Nebel, manchmal ein Griff zu viel ins Gesicht, manchmal ein kleiner Drehbuchfehler. Doch abseits davon ist "Es lebe der Tod" ein Krimi, der schaudern lässt, einer, der den Mörder, der sich zum Richter und Henker aufspielt, so perfide in Szene setzt, dass es einem graut.

Besetzt mit einem ungemein starken Jens Harzer, untermalt vom gelungenen Soundtrack Thomas Mehlhorns und eingerahmt vom Szenenbild Börries Hahn-Hoffmanns. Ein Tatort zum An-die-Wand-Hängen. Nur bitte nicht ins Schlafzimmer.

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