Janneke und Brix müsen einiges aushalten – nicht nur den Alltag.

"Seltsam. Vollkommen seltsam." So bringt es Hauptkommissarin Anna Janneke (Margarita Broich) schon ziemlich früh auf den Punkt. Da ermitteln die beiden den Brand in einem Friseursalon, bei dem die Auszubildende Melanie Elvering ums Leben gekommen ist, ermitteln im Umfeld aus Mitbewohnern, Flüchtlingen, Rechtsradikalismus und Drogendealern.

Und dann ist da auch noch der neue Leiter der Mordkommission, Fosco Cariddi (Bruno Cathomas), der Hauptkommissar Paul Brix (Wolfram Koch) einen Clown nennt und vor seinen Kollegen voll Inbrunst Ernst Jandl rezitiert. Tohuwabohubaba! Seltsam, in der Tat. Allerdings weniger der Fall als all diese Charaktere, die Regisseur Markus Imboden da in Frankfurt versammelt.

So viele Spinner sind nur schwer auszuhalten

Der fünfte Fall für Janneke und Brix versucht sich an einem ganz alltäglichen Porträt von unserem "Land in dieser Zeit", wie dieser Tatort heißt. Und zugegeben: Dieses Land ist ja auch etwas seltsam. Doch so viele Spinner, wie in diesen 90 Minuten die Bühne betreten, sind nur schwer auszuhalten.

Dabei gibt es durchaus die unterhaltsamen Momente, es gibt gnadenlos guten Humor, skurrile Begegnungen, ordentlich gelegte falsche Fährten und weniger ordentlich gelegte. Doch es gibt auch die Momente, in denen sich nicht nur die Ermittler an den Kopf fassen, sondern auch der Zuschauer – und von denen nicht zu knapp.

Zeitweise fesselnd

Vor allem aber gibt es die Schauspieler, allen voran Bruno Cathomas als Kommissariatsleiter, Anna Brüggemann als Mitbewohnerin, Birge Schade als Besitzerin des ausgebrannten Salons und Jasna Fritzi Bauer als spätpubertierende Neofaschistin. Sie alle machen aus diesem Tohuwabohubaba ein zumindest zeitweise fesselndes.

Sehen Sie hier die Bilder aus "Tatort: Land in dieser Zeit".