Es brodelt im Revier – nicht nur zwischen Rockern und Mafia.

Kommissar Faber zu sagen, er solle keinen Streit anfangen, ist in etwa so, als bitte man ein Kind, die Schokolade nicht anzurühren. Und so steht der Dortmunder Ermittler (Jörg Hartmann) da inmitten von Rockern und provoziert wieder mal, was das Zeug hält. Faber aber ist nicht grundlos da – einer der "Miners" ist tot, über den Haufen gefahren und erschossen, am helllichten Tag.

Schnitt, zur zweiten Geschichte, der von Kommissarin Dalay (Aylin Tezel), die einen Mann erschossen und es jetzt mit der Dienstaufsicht zu tun hat. War es damals Fabers Fehler, wie Kollege Kossik (Stefan Konarske) glaubt? Es brodelt im Revier.

Die Kommissare jedenfalls, denen die Tristesse manchmal zu deutlich im Gesicht steht, haben nicht nur mit dem Mord zu kämpfen, sondern auch miteinander – mit ihren menschlichen Makeln und charakterlichen Unzulänglichkeiten. "Als wenn sich die ganze Welt nur um ihre Egos dreht", merkt Dalay an – und Kollegin Bönisch (Anna Schudt) entgegnet nur: "Tut sie ja auch. Wir spielen nur die Babysitter."

Regisseur Thomas Jauch inszeniert diesen Tatort als Action-Krimi, ohne auf allzu plumpe Knalleffekte zu setzen. Und selbst Klischees gehen er und Drehbuchautor Jürgen Werner meist geschickt aus dem Weg. Und wenn Kossik und Faber dann versuchen, sich im diesigen Graubraun einer Dortmunder Kneipe auszusprechen, während man zweifelt, ob dem Dackelblick dieses raubeinigen Ermittlers wirklich zu trauen ist, und im Hintergrund der Scorpions-Klassiker "Wind of Change" läuft, muss man schon den Hut ziehen vor so viel Mut zu Sarkasmus und Ironie.

Wie schnell diese dann aber wieder ins Bittere umschlägt, in Hass, Enttäuschung, Angst, ist die eigentliche Qualität dieses Tatorts.

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