Wer Wind sät, wird Sturm ernten, heißt es. Doch Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann), der gibt sich mit Windsäen gar nicht erst ab. "Mich werden Sie nicht mehr los", sagt er mit leicht zitternder Stimme. Und das Schrillen der Alarmanlage und das Piepen der Bombe, das werden die beiden auch nicht mehr los – er und Muhammad Hövermann (Felix Vörtler), der da mit einem Sprengstoffgürtel in einer Bank sitzt und fleißig Überweisungen in Millionenhöhe
tätigt.

Doch Faber, der kann mal wieder nicht anders, er muss seine Klappe aufreißen. So weit, dass sogar Hövermann sich zu einem "Lassen Sie das jetzt mit den blöden Sprüchen!" hinreißen lässt.

Es liegt etwas in der Luft

Währenddessen sind Fabers Kollegen Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske) draußen damit beschäftigt, sich um den Mord an zwei Kollegen zu kümmern, die in ihrem Streifenwagen regelrecht hingerichtet wurden. Und damit, dass Kossik, der mit Faber schon seit Monaten im Clinch liegt, nach Düsseldorf wechseln will. Es liegt etwas in der Luft in Dortmund in diesem Tatort. Man riecht, dass das nicht gut ausgehen wird.

Doch der Zuschauer riecht noch ein bisschen mehr in "Sturm", wie Regisseur Richard Huber sowie die Drehbuchautoren Sönke Lars Neuwöhner und Martin Eigler diesen Tatort genannt haben. In manchen Momenten fehlen ihm dadurch der Spin, das Überraschungsmoment, die Pointe.

Nora Dalay und die Chance, groß aufzuspielen

Doch wie die drei Faber da mit dem durchgeknallt wirkenden Hövermann in der Bank lassen, wie sie die Konflikte außerhalb des hermetisch abgeriegelten Gebäudes darstellen, das funktioniert gut, da bekommt vor allem Nora Dalay erneut die Chance, groß aufzuspielen. Und der Rest?

Ist, wie der Titel verspricht, genau der "Sturm", den in diesem Tatort nicht nur Faber, sondern alle Beteiligten ernten und ertragen müssen.