In der TV-Komödie "... und dann kam Wanda" muss ein pedantischer Bauunternehmer erkennen, wie treffsicher er sich durch seine Vorurteile ein Eigentor schießt.

Qualität muss ihren Preis haben, findet Bauunternehmer Karlheinz Kluss (Hannes Jaenicke). Doch viel zu oft bestimmt letztlich der Preis die Qualität einer Ware. Für Karlheinz keine Option: Lautstark beschwert sich der Berliner über die Missverhältnisse auf deutschen Baustellen und bezichtigt polnische Schwarzarbeiter, seinen Familienbetrieb direkt in die finanzielle Misere katapultiert zu haben. Erst die attraktive Deutsch-Polin Wanda (Karolina Lodyga), die unverhofft, aber bestimmt in sein Leben eingreift, kann mit viel weiblichem Charme seine Vorurteile zum Schmelzen bringen. In der romantischen Komödie "... und dann kam Wanda" erzählt Regisseur Holger Haase von verhängnisvollen Notlügen, dem Überwinden festgefahrener Vorurteile und der Angst vor der eigenen Courage. 3sat zeigt den sehenswerten TV-Film in einer Wiederholung.

"Was fährt der denn hier für eine Scheiße zusammen? Hat der seinen Führerschein auf dem Polenmarkt gestohlen?" – So eröffnet Hannes Jaenicke in der Rolle des Bauunternehmers die Familienkomödie, damit gleich mal klar ist, worum es hier geht: Polenklischees. In der Rolle des Karlheinz Kluss, eines Bauunternehmers vom alten Schlag, setzt er auf deutsche Wertarbeit und sieht den Grund für die Pleite zahlreicher deutscher Firmen – auch seiner eigenen – in der Billigpolitik derjenigen Unternehmer, die osteuropäische Schwarzarbeiter engagieren, die "einem den Fuhrpark unterm Arsch wegklauen und keinen Cent Steuern bezahlen".

Um seinen Betrieb "Kluss Bau GmbH" zu retten, heuert Karlheinz beim zwielichtigen Unternehmer Biekmann (Wilfried Hochholdiger) an. Da aber während der Ferienzeit jemand auf seine Kinder aufpassen muss, engagiert der alleinerziehende Witwer widerwillig die Kellnerin Wanda (Karolina Lodyga) als Kindermädchen.

Diese wirbelt nicht nur das vom pedantischen Karlheinz genau festgelegte Familienleben durcheinander, sondern entwickelt sich zunehmend zum Sprachrohr der lange vernachlässigten Interessen der Kinder. Klar, dass auch der mürrische Bauunternehmer bald mehr in der charmanten Haushaltshilfe sieht. Dumm nur, dass Wanda all seine Vorurteile zu bestätigen scheint: Insgeheim arbeitet die Deutsch-Polin schwarz ...

Mit viel Menschlichkeit mimt Hannes Jaenicke den kleinen Bauunternehmer mit dem großen Brett vorm Kopf und meistert so die schwierige Aufgabe, die sich ihm beim Darstellen einer derartig politisch unkorrekten Einstellung stellte. Immer wieder schießt er sich als Karlheinz mit seinen ausländerfeindlichen Vorurteilen beruflich und finanziell ins Aus, bis die emanzipierte Wanda pragmatisch seine Lebensmaxime unterwandert.

Souverän verkörpert von Karolina Sodyga ("Im Angesicht des Verbrechens"), vertritt die taffe Wanda unbeirrt ihre Überzeugungen und wirkt – mit ihrer Schlagfertigkeit, den dekolletierten Outfits und dem abgebrochenen Jurastudium – beinahe wie eine Neuauflage von TV-Anwältin Danni Lowinski. Und dabei um einiges galanter.


Quelle: teleschau – der Mediendienst