1929 - Das Jahr Babylon

Report, Dokumentation
1929 - Das Jahr Babylon

RBB
Di., 06.11.
21:00 - 21:45


Das Jahr 1929 ist das Jahr von " Babylon Berlin". "1929 - Das Jahr Babylon" erzählt die zwölf Monate als ein Jahr der Entscheidungen. Land und Stadt stehen auf der Kippe, die Zukunft ist offen, niemand weiß, wohin die Reise geht. Der Erste Weltkrieg ist seit gut zehn Jahren vorbei, die Niederlage unverstanden, die Republik ein permanenter Ausnahmezustand. Nur vier goldene Jahre hat die Geschichte ihr zugestanden. Der Glanz beruht auf Pump und droht bereits zu verblassen. Im Reichstag sitzen 15 Parteien, von ganz links bis extrem rechts, jede Regierung ist eine unmögliche Koalition. Noch kommen die Menschen aus ganz Europa, um sich in der Stadt der Sünde, in der die alten Regeln nichts mehr gelten, neue aber noch nicht gefunden sind, zu vergnügen. Sie gehen in die Bars und Cabarets, sie verschwinden in dunklen Spelunken, in denen Verbrecherbanden regieren und Sex billig ist. Im Theater wird die Sprache der Moderne gesprochen, auf den Bildern explodieren die Farben. Doch die Arbeitslosigkeit ist hoch und die alten Mächte wollen zurück an die Macht. Der Film basiert auf Tagebüchern und Erinnerungen, auf Augenzeugenberichten und Polizeiakten, auf Zeitungsausschnitten und Mitschriften von Diplomaten und Handwerkern, von Tänzerinnen und Journalistinnen, von Proleten, Hausfrauen, Politikerinnen und Kokainhändlern. Über dreißig reale Menschen aus der Vergangenheit, deren Zitate verknüpft sind mit Archivmaterial zum Portrait einer Gesellschaft im Taumel. Vier Schauspielerinnen und Schauspieler erwecken die Zitate zum Leben: Fritzi Haberlandt, Leonie Benesch, Peter Kurth und Anton von Lucke. Mit ihnen geht der Film durch das Nachtleben und den Alltag zwischen Kohleofen und Grammophon; folgt dem Tod in die Barackensiedlungen und dem Leben in den Sommer; tummelt sich in Hinterhöfen und stürzt sich in die Straßenkämpfe des Blutigen Mai genauso wie in die Kursstürze des Schwarzen Freitags. Zu sehen ist eine Stadt, die es nicht mehr gibt, und ein Land, das nichts von seiner Zukunft weiß.


Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

NDR Durstlöschen mit Elbwasser.

NaturNah - Deichpflege in der Großstadt

Report | 06.11.2018 | 18:15 - 18:45 Uhr
/500
Lesermeinung
arte Dean Baquet (2.v.l.), seit Mai 2014 Chefredakteur der "New York Times", beim morgendlichen Meeting

Mission Wahrheit - Die New York Times und Donald Trump - Die ersten hundert Tage

Report | 06.11.2018 | 20:15 - 21:05 Uhr
/500
Lesermeinung
MDR Deutsches Uhrenmuseum Glashütte

Mythos Glashütte - Die Uhrenstadt in Sachsen

Report | 06.11.2018 | 20:45 - 21:15 Uhr
/500
Lesermeinung
News
"Ich glaube, es muss nicht in jedem Film darum gehen, einen großen Spannungsbogen zu erzeugen", sagt Frederick Lau.

Schauspieler Frederick Lau spricht im Interview über die Ellbogengesellschaft, Hunde beim Dreh und g…  Mehr

Elton erhält einen neuen Show-Auftrag bei ProSieben. Bei "Alle gegen Einen" tritt ein Kandidat gegen die TV-Zuschauer an.

Den Job bei "Schlag den Henssler" ist Elton los. Doch schon steht die nächste Aufgabe an. Aber worum…  Mehr

Otto (Florian Martens, links), Sebastian (Matthi Faust) und Linett (Stefanie Stappenbeck) besprechen das Vorgehen im Fall der ermordeten Julia Sanders. Linett hält das Handy von Julia in der Hand.

Die Kundin einer Dating-Agentur wird tot in ihrem Hotelzimmer gefunden. Für das "starke Team" beginn…  Mehr

Gastgeber Florian Silbereisen freut sich auf die "einmalige Stimmung" beim "Schlagerboom".

Die nunmehr dritte Schlagerboom-Show der ARD hat ein hochkarätiges Line-Up zu bieten. Spekuliert wir…  Mehr

Zurückgenommene, aber angenehm präzise Kriminalspannung: Freya Becker (Iris Berben) und ihr jüngerer Bruder Jo Jacobi (Moritz Bleibtreu) in der sehr überzeugenden ZDF-Miniserie "Die Protokollantin".

Freya Becker (Iris Berben) protokolliert grausame Verbrechen. Im Verborgenen sorgt sie selbst für Ge…  Mehr