François Ozon überrascht mit jedem Film. In "5 x 2 - Fünf mal zwei" geht er der scheinbar einfachsten Frage der Welt auf den Grund: Was bedeutet es, ein Paar zu sein? Ozons Inszenierung mit Valeria Bruni Tedeschi und Stéphane Freiss ist eine einerseits sehr emotionale und einfühlsame, andererseits sehr offene Darstellung einer kurzen Ehe von vielleicht fünf Jahren, vom ersten Kennenlernen bis zur Scheidung. Gefühle, Unsicherheiten, Lust, gesellschaftliche Konventionen, Missverständnisse, Verletzungen, Anpassungsversuche, Scheitern - ein Reigen der Vergeblichkeit, der doch immer wieder eine tiefe Sehnsucht nach Erfüllung, nach Dauer, letztlich nach Liebe widerspiegelt, auf Seiten der Frauen ebenso wie auf Seiten der Männer. Ein Film, der diese Sehnsucht in der sinnlichen Art der Darstellung und in seinem Mut zu Gefühl und Emotion trotz aller Härte als "Prinzip Hoffnung" bestätigt und bestärkt. Filmisch eine Art Protokoll, aber nicht in Form einer realistischen Dokumentation, sondern vielmehr als bewusst zugespitzte Inszenierung: Inszenierung in ebenso beiläufigen wie exemplarischen Szenen, Inszenierung mit zunächst engen und dann immer weiter werdenden Blicken und Räumen, Inszenierung mit melodramatischen Songs und schließlich Inszenierung in zeitlich "falschem" Ablauf, indem der Anfang des Films das Ende der Geschichte zeigt, und ihr Anfang am Ende des Films zu sehen ist. Ein filmisches Vorgehen, das letztlich die Konzeption von "Anfang" und "Ende" infrage stellt und einerseits Ausweglosigkeit zeigt, andererseits aber genauso Hoffnung und neue Chancen möglich erscheinen lässt. Insgesamt eine Form der Darstellung, die den Zuschauer emotional packt, die ihn verunsichert, die ihm Fragen stellt und ihn so selbst ins Geschehen mit einbezieht.