Sie sind laut, sie drängeln sich vor, sie lassen den Abfall liegen, sie rauchen, wo es verboten ist. Chinesische Touristinnen und Touristen haben in Europa nicht den besten Ruf. Das Thema wurde so brisant, dass den zahlreich reisenden Gästen aus China Benimmregeln vermittelt wurden. Sie haben sich gebessert, und nun sind sie gern gesehene Gäste - auch in der Schweiz. Ihre Art zu Reisen bleibt für Europäer dennoch speziell: Dieser Film begleitet einen Bus voller chinesischer Touristen, die zum ersten Mal Europa besuchen. In zehn Tagen reisen sie durch sechs Länder. Mit viel Humor und Poesie widerspiegelt dieser Film die kulturellen Unterschiede zwischen China und Europa. Die Gruppe reist von Italien über die Schweiz nach Frankreich. Venedig machen sie locker in ein paar Stunden. Das Kollosseum in Rom bestaunen sie sitzend - im Car. Wenn sie aussteigen, dann hauptsächlich, um zu shoppen, zum Beispiel in Luzern, wo die Bijouterien ebenso interessant sind wie die Kapellbrücke. Die Chinesen sind eine kaufkräftige Klientel. Und gerade jetzt, wo die Zahl der China-Reisenden hierzulande sinkt, muss das Interesse der Tourismusbranche an ihnen hoch bleiben. Filmemacherin Jill Coulon ist mit der Gruppe gereist und nimmt das Publikum mit an Bord dieses Busses. Und sie zeigt auch, dass die Chinesinnen und Chinesen durchaus auch gerne einmal individuell unterwegs sind, zum Beispiel ein Vater, der sich in Paris zusammen mit seinen Söhnen von der Gruppe absetzt und alleine loszieht. In diesen zehn Tagen wird die chinesische Gruppe von ihrem Reiseleiter mit Informationen über Europa eingedeckt, und diese staunt über die Abgeschiedenheit des Lebens in den Schweizer Bergen, über die französische Streikkultur oder über die Prostitution in Holland. Ebenso erfahren die Zuschauerinnen und Zuschauer viel darüber, wie die Chinesen die Europäer sehen. Oftmals scheinen die chinesischen Gäste die Anwesenheit der Dokumentarfilmerin vergessen zu haben. Entstanden ist ein humorvolles «Road-Movie» der besonderen Art.