7 Tage...

  • Reporterin Lisa Wolff (rechts) wohnt für eine Woche in Antonias Gehörlosen-WG. Am Anfang fällt es ihr noch sehr schwer, selbst ganz einfache Gebärden zu verstehen. Weltweit gibt es über 200 verschiedene Gebärdensprachen, zusätzlich noch unzählige Dialekte. Erst 2002 wurde Gebärdensprache in Deutschland als vollwertige Sprache anerkannt. Vergrößern
    Reporterin Lisa Wolff (rechts) wohnt für eine Woche in Antonias Gehörlosen-WG. Am Anfang fällt es ihr noch sehr schwer, selbst ganz einfache Gebärden zu verstehen. Weltweit gibt es über 200 verschiedene Gebärdensprachen, zusätzlich noch unzählige Dialekte. Erst 2002 wurde Gebärdensprache in Deutschland als vollwertige Sprache anerkannt.
    Fotoquelle: NDR/Lisa Wolff/Henning Wirtz
  • Antonia und Bella werden an der Uni von Gebärdensprach-Dolmetscherinnen begleitet. Alle 15 Minuten wechseln sich die Übersetzerinnen ab, weil Simultandolmetschen unglaublich anstrengend ist. Übrigens: Auch in Gebärdensprache kann man wissenschaftliche und hochkomplexe Inhalte vermitteln. Leider unterschätzen immer noch viele hörende Menschen die Sprache. Vergrößern
    Antonia und Bella werden an der Uni von Gebärdensprach-Dolmetscherinnen begleitet. Alle 15 Minuten wechseln sich die Übersetzerinnen ab, weil Simultandolmetschen unglaublich anstrengend ist. Übrigens: Auch in Gebärdensprache kann man wissenschaftliche und hochkomplexe Inhalte vermitteln. Leider unterschätzen immer noch viele hörende Menschen die Sprache.
    Fotoquelle: NDR/Lisa Wolff/Henning Wirtz
  • Die 23-jährige Bella ist von Geburt an taub und wie Antonia mit Gebärdensprache aufgewachsen. "Ich bin in der Gehörlosenwelt zuhause. In der Hörenden-Welt bin ich Gast, weil ich nicht hören kann. Aber ich kann zumindest kommunizieren. Auch wenn es mühsam ist." Vergrößern
    Die 23-jährige Bella ist von Geburt an taub und wie Antonia mit Gebärdensprache aufgewachsen. "Ich bin in der Gehörlosenwelt zuhause. In der Hörenden-Welt bin ich Gast, weil ich nicht hören kann. Aber ich kann zumindest kommunizieren. Auch wenn es mühsam ist."
    Fotoquelle: NDR/Lisa Wolff/Henning Wirtz
  • Antonia ist 24, studiert Psychologie an der Uni Hamburg und ist seit ihrer Geburt taub. "Ich werde oft gefragt, ob ich Musik vermisse", erzählt Antonia. "Aber wie kann ich Musik vermissen, wenn ich sie nicht kenne? Meine Identität ist ganz klar: Ich als tauber Mensch. Das ist ein Teil von mir, mit dem ich groß geworden bin und mit dem ich kein Problem habe." Vergrößern
    Antonia ist 24, studiert Psychologie an der Uni Hamburg und ist seit ihrer Geburt taub. "Ich werde oft gefragt, ob ich Musik vermisse", erzählt Antonia. "Aber wie kann ich Musik vermissen, wenn ich sie nicht kenne? Meine Identität ist ganz klar: Ich als tauber Mensch. Das ist ein Teil von mir, mit dem ich groß geworden bin und mit dem ich kein Problem habe."
    Fotoquelle: NDR/Lisa Wolff/Henning Wirtz
Report, Reportage
7 Tage...

Infos
Produktionsland
D
NDR
Mi., 26.09.
23:50 - 00:20
taub


In der Serie begleiten Reporter Menschen jeweils sieben Tage lang an außergewöhnliche Orte, in deren soziale Gruppen oder spezielle Berufe, nehmen Teil an deren Alltag und sammeln durch Interviews Eindrücke.
Was für die 24-jährige Antonia und die 23-jährige Bella Alltag ist, ist für die meisten Menschen unvorstellbar. Seit ihrer Geburt sind die beiden taub. Ihre Muttersprache ist die Deutsche Gebärdensprache.
Taub zu sein ist für sie jedoch kein Handicap. Antonia studiert an der Uni Hamburg Psychologie, Bella studiert Pädagogik. Tagsüber lernen die beiden im Hörsaal, abends treffen sie sich mit Freunden in der WG-Küche oder gehen ins Theater. "Ich werde oft gefragt, ob ich Musik vermisse", erzählt Antonia. "Aber wie kann ich Musik vermissen, wenn ich sie nicht kenne? Es macht mich nicht traurig, dass ich keine Musik habe. Meine Identität ist ganz klar: ich als tauber Mensch. Das ist ein Teil von mir, mit dem ich groß geworden bin und mit dem ich kein Problem habe."
Dennoch werden Antonia und Bella jeden Tag mit den Berührungsängsten und dem Unverständnis ihrer Mitmenschen konfrontiert. "Am schlimmsten ist die Diskriminierung, wenn hörende Menschen nicht bereit sind, etwas aufzuschreiben, sondern stur darauf beharren, dass ich von den Lippen ablesen muss", erzählt Antonia. Sie meint, die Leute würden ja auch nicht zu einem Rollstuhlfahrer sagen, er solle aufstehen, er habe ja zwei Beine. Gerade dieses Unverständnis lässt die Gehörlosen noch enger zusammenwachsen. In Deutschland leben etwa 80.000 taube Menschen, die mit der Gebärdensprache und einer vielfältigen Kultur eine eingeschworene Gemeinschaft bilden.
Die "7 Tage"-Autoren Lisa Wolff und Henning Wirtz ziehen für eine Woche in Antonias Gehörlosen-WG ein und erleben einen spannenden Rollentausch. Wie ist es, in einer Welt zu leben, deren Sprache man nicht versteht? Was denken und fühlen gehörlose junge Menschen? Und wie schwer kann das gegenseitige Verstehen manchmal sein? Ein Film über Vorurteile, Perspektivenwechsel und Akzeptanz.


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