70 Jahre Rheinland-Pfalz - Kultur-Land

Report, Dokumentation
70 Jahre Rheinland-Pfalz - Kultur-Land

SWR
So., 14.05.
18:45 - 19:15
Folge 4,


Seit 70 Jahren blüht das zarte Pflänzchen des rheinland-pfälzischen Kulturlebens nun schon - herausgewachsen aus den Trümmern des Zweiten Weltkrieges. Das zerstörte und neu besetzte Land sollte wieder auferstehen dürfen - der Hunger nach Kultur war riesengroß. Besonders die Franzosen, später aber auch die Amerikaner, sollten das neu entstehende Land für die nächsten Jahrzehnte prägen. Der Rhein wird von Carl Zuckmayer als große "Völkermühle" beschrieben - ein Zitat, das unvergesslich von Curd Jürgens in des "Teufels General" vorgetragen wurde. Darin beschwört er die multikulturellen Wurzeln der Menschen, die am Rhein lebten und leben und entlarvt den Rassenwahn der Nationalsozialisten als lächerlich. Das Theaterstück wurde zum meistgespielten Stück nach dem Krieg. Doch wie sehr war man bereit, sich in der Nachkriegszeit der Vergangenheit zu stellen? Die in 2017 ebenfalls 70 Jahre alt werdende Autorin und Trägerin des Deutschen Buchpreises Ursula Krechel beschreibt in ihrem vielfach prämierten Buch "Landgericht" eine Nation und eine Stadt Mainz, die verdrängen wollte und große Schwierigkeiten mit der Aufarbeitung und der Eingliederung der zurückkehrenden Emigranten nach dem Krieg hatte. Mainz war nach dem Krieg die Hauptstadt der französischen Besatzungszone und wurde von der Militärregierung besonders gefördert: Mit Kultur, Kunst und Wissenschaft wollten die Franzosen die Entnazifizierung vorantreiben - die Wiedergründung der Mainzer Universität, der Wiederaufbau des Mainzer Theaters und die Gründung der Akademie der Wissenschaften. Viele Jahre später versucht Edgar Reitz sich an dem Film "Die Reise nach Wien": Ein Dreh im Hunsrück-Städtchen Simmern 1973 wird zu einem schwierigen Projekt der Aufarbeitung. Es war sein erster Film, in dem er sich der Hunsrück-Landschaft und ihren Menschen intensiv widmete. Danach arbeitete Edgar Reitz meist mit Laiendarstellern, die eng mit dieser Landschaft verwurzelt waren: Sein Heimat-Epos machte ihn zum berühmten Filmemacher. Auch die Autorin Annegret Held durchforstet in ihrem Werk immer wieder die Vergangenheit ihrer Heimat, dem Westerwald, und findet unglaubliche Geschichten, die die Not der kleinen Nöte deutlich machen. Die "kleinen Leute" nimmt auch der Theaterveteran Hansgünther Heyme ins Visier: Als ehemaliger Intendant des Ludwigshafener Pfalzbau-Theaters hat er sich schon früh dem multikulturellen Mix in der Stadt Ludwigshafen gestellt und ein Theater für alle umgesetzt, gegen alle Widerstände. Diese hat auch der langjährige Leiter des Wilhelm-Hack-Museums in der Arbeiterstadt beiseite räumen müssen - sowohl für den Museumsbau, als auch für die riesige Mirò-Wand aus leuchtend bunten Kacheln - für Kunst und Kultur fuhr man immer in das benachbarte Mannheim. Besonders die zahlreichen Militärbasen im Land haben die Künstler in Rheinland-Pfalz geprägt: Franz Wosnitza aus Landstuhl gründete zahlreiche amerikanisch inspirierte Jazz-Orchester im Land und einen legendären Musik-Club in seiner Heimatstadt. Jan Christoph Gockel, junger Theaterregisseur aus Kaiserslautern, hatte zunächst ein ungebrochenes Verhältnis zu den Amerikanern, wie viele Deutsche. Das Ramstein-Unglück und der 11. September aber veränderten alles - sein vielgespieltes Stück "Game of Drones - Ramstein Airbase" versucht der Verantwortung der Deutschen für den von deutschem Boden aus gesteuerten Drohnenangriffen nachzuspüren.


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