Als sie vom Schulamt aufgefordert wurde, "Dienst nach Vorschrift" zu machen, gab Maike Plath nach 17 Jahren Schuldienst ihre Verbeamtung auf und leitet jetzt mit zwei anderen Frauen den Verein ACT. "Als ich mich selbstständig gemacht habe, wollte ich nicht allein im ICE sitzen und jedes Wochenende woanders Lehrveranstaltungen geben. Ich wollte weiter mit Jugendlichen arbeiten und dafür sorgen, dass möglichst viele von ihnen eine Stimme bekommen." Mittlerweile arbeitet ein Team von 23 Künstlern und Pädagogen nach ihrem Ansatz in ganz Berlin und gibt bundesweit Weiterbildungen für Lehrkräfte und Künstler. Einige Kinder von damals sind mittlerweile junge Erwachsene und leiten selber Jüngere an. Und jedes Jahr kommen neue dazu ... Der Film ist ein Portrait der Pädagogin Maike Plath und ihrer Spieler. Maike selbst stammt aus behüteten bürgerlichen Verhältnissen. Aufgewachsen in der Schlossallee in Glücksburg, die Eltern beide Studienräte, erlebte sie den Wechsel an eine Neuköllner Hauptschule als Schock. Doch dann lernte sie die Schüler kennen, lernte ihre Perspektive einzunehmen und merkte, wie ungerecht es in unserer Gesellschaft eigentlich an vielen Stellen zugeht. Bis heute entwickelt sie immer neue Ideen und Konzepte, wie man in Gruppen ganz konkret demokratisch und künstlerisch arbeiten kann.