Abenteuer Armenien

  • Familie Hovanisyan lebt von ihren 20 Kühen und 100 Schafen. Auf den Tisch kommt Brot aus dem Erdofen, Gemüse aus dem eigenen Garten, Fleisch von der Weide und Selbstgebrannter. Vergrößern
    Familie Hovanisyan lebt von ihren 20 Kühen und 100 Schafen. Auf den Tisch kommt Brot aus dem Erdofen, Gemüse aus dem eigenen Garten, Fleisch von der Weide und Selbstgebrannter.
    Fotoquelle: NDR/Tellux GmbH Dresden/Till Lehmann
  • Luys Vokal Ensemble bei einem Auftritt im Kloster Geghard aus dem 4. Jahrhundert. Vergrößern
    Luys Vokal Ensemble bei einem Auftritt im Kloster Geghard aus dem 4. Jahrhundert.
    Fotoquelle: NDR/Tellux GmbH Dresden/Till Lehmann
  • Hovsep Atinyan bei einem Seiltanzauftritt während eines Bierfestivals in Jerevan Seine komplizierteste Nummer: Das Fahrrad. Vergrößern
    Hovsep Atinyan bei einem Seiltanzauftritt während eines Bierfestivals in Jerevan Seine komplizierteste Nummer: Das Fahrrad.
    Fotoquelle: NDR/Tellux GmbH Dresden/Till Lehmann
  • Kloster Norawank in der Schlucht des Amaghu-Flusses. Die Anlage aus dem 13. Jahrhundert wird umrahmt von ziegelroten Klippen. Vergrößern
    Kloster Norawank in der Schlucht des Amaghu-Flusses. Die Anlage aus dem 13. Jahrhundert wird umrahmt von ziegelroten Klippen.
    Fotoquelle: NDR/Tellux GmbH Dresden/Till Lehmann
  • Bronzezeitliches Gräberfeld Zorakarer - über 200 aufrechtstehende Felsbrocken. Errichtet schon vor rund 4.000 Jahren. Vergrößern
    Bronzezeitliches Gräberfeld Zorakarer - über 200 aufrechtstehende Felsbrocken. Errichtet schon vor rund 4.000 Jahren.
    Fotoquelle: NDR/Tellux GmbH Dresden/Till Lehmann
Natur+Reisen, Land und Leute
Abenteuer Armenien

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
NDR
Do., 08.11.
20:15 - 21:00


Die Republik Armenien im südlichen Kaukasus ist ein kleines Bergland, umringt von geopolitischen Schwergewichten wie der Türkei, dem Iran, Georgien und Aserbaidschan. Ein Land mit erhabener Schönheit, reicher, aber auch viel tragischer Geschichte: Erdbeben, Krieg, religiöse Auseinandersetzungen bis hin zum Völkermord durch die Türken vor rund 100 Jahren. Zu den bedeutendsten Kulturgütern Armeniens gehören die Chatschkare, die Kreuzsteine. Deren Geschichte reicht bis ins Jahr 301 zurück, als das Christentum Staatsreligion in Armenien wurde. Sie sind in Stein gehauene Glaubensbekenntnisse. Auch heute noch werden Kreuzsteine gefertigt. Einer der wenigen, die diese Kunst beherrschen, ist Varazdat Hambardzumyan. In einer kleinen Werkstatt mitten in der Hauptstadt Jerewan arbeitet er mit zwei Gesellen gerade an einem Auftrag vom Ministerium für Notfallsituationen. Der Minister drängt schon, zum Jahrestag der Gründung soll das große Kreuz eingeweiht werden. Südöstlich von Jerewan liegt ein Naturschutzgebiet, das gerade erst abgesteckt wurde: das 5.000 Hektar große Caucasus Wildlife Refuge. Karen Aghababyan und Manuk Manukyan sind Biologen und Ranger, die verantwortlich sind für eine erste Wildtierbestandsaufnahme. Und sie müssen das Gebiet vor Wilderern verteidigen, die vor allem Raubvogeleier stehlen, um sie an Zoos zu verkaufen. Sveta Hovanisyan ist 68 Jahre alt und die Clanchefin einer Berghirtenfamilie. Seit ihrer Kindheit ist sie jedes Jahr von März bis Oktober oben auf dem Hochplateau. Zusammen mit Mann, Kindern und Enkelkindern versorgt sie 30 Rinder und fast 200 Schafe. Einzige Energielieferanten sind Kuhfladen. Auch der Erdofen wird mit den Hinterlassenschaften der Nutztiere angefeuert. Auf den Geschmack soll das nur wenig Einfluss haben, beteuert Sveta. Wegen der hohen Lage des Landes ließ die Sowjetunion in der Nähe von Jerewan Anfang der 1960er-Jahre eines ihrer größten Weltraumobservatorien errichten: Byurakan. Hasmik Andreasyan und Anahit Samsonyan sind Astrophysikerinnen und nutzen die alte Technik heute noch immer. Sie wollen hier ihre Doktorarbeiten schreiben und von Armenien aus die großen Fragen des Universums beantworten. Sofia, Miriam, Marine, Shahane und Hasmik sind das Luys Ensemble, ein Gesangsquintett. Alle fünf Frauen sind mehrfache Mütter. Die meisten der Ehemänner arbeiten auf Montage in Russland und sind monatelang nicht zu Hause. Im Kloster Geghard, das in den Fels gehauen wurde, sorgen die Sängerinnen bei einem Auftritt für große Gefühlsausbrüche. Hovsep Atinyan ist Seiltänzer. Schon mit fünf Jahren hat er damit angefangen, da war Seiltanz noch eine typische armenische Showeinlage auf jedem Dorffest. Heute ist er Anfang 30 und Auftrittsmöglichkeiten gibt es nicht mehr viele. Zu gefährlich und nicht mehr zeitgemäß, so die offizielle Meinung der Behörden. Umso aufgeregter ist Hovsep, als man ihn als Attraktion für ein großes Bierfestival in Jerewan bucht.


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