ÄTNA - Höllenschlund im Mittelmeer

  • Der Ätna ist durch unzählige Ausbrüche auf über 3300 Meter gewachsen. So lange kein Ausbruch bevorsteht, dürfen Touristen in Begleitung von Bergführern zu seinen Gipfelkratern. Vergrößern
    Der Ätna ist durch unzählige Ausbrüche auf über 3300 Meter gewachsen. So lange kein Ausbruch bevorsteht, dürfen Touristen in Begleitung von Bergführern zu seinen Gipfelkratern.
    Fotoquelle: ZDF/Michael Petsch
  • Asche- und riesige Lavafelder dominieren die Welt um den Ätna. Durch Ausbrüche ändert sich ständig das Landschaftsbild. Vergrößern
    Asche- und riesige Lavafelder dominieren die Welt um den Ätna. Durch Ausbrüche ändert sich ständig das Landschaftsbild.
    Fotoquelle: ZDF/Michael Petsch
  • Das Touristen-Zentrum auf rund 1900 Metern Höhe. Bis hierhin dürfen Besucher mit ihren Autos zum Ätna fahren.  Viele Millionen kommen jedes Jahr. Rund 200 000 wagen sich jedes Jahr mit Bergführern zu den Gipfelkratern. Vergrößern
    Das Touristen-Zentrum auf rund 1900 Metern Höhe. Bis hierhin dürfen Besucher mit ihren Autos zum Ätna fahren. Viele Millionen kommen jedes Jahr. Rund 200 000 wagen sich jedes Jahr mit Bergführern zu den Gipfelkratern.
    Fotoquelle: ZDF/Michael Petsch
  • Die Existenz der Ortschaft Zafferana Etnea war um Ostern 1992 durch einen Lavastrom bedroht. Die Bedrohung durch den Ätna ist allgegenwärtig. Vergrößern
    Die Existenz der Ortschaft Zafferana Etnea war um Ostern 1992 durch einen Lavastrom bedroht. Die Bedrohung durch den Ätna ist allgegenwärtig.
    Fotoquelle: ZDF/Michael Petsch
  • Der Eingang zum Höllenschlund des Ätna. Nur für einen Moment gibt die "Bocca Nuova", einer der Gipfelkrater einen Blick für ZDF-Kameramann Ralph Zeilinger frei. Vergrößern
    Der Eingang zum Höllenschlund des Ätna. Nur für einen Moment gibt die "Bocca Nuova", einer der Gipfelkrater einen Blick für ZDF-Kameramann Ralph Zeilinger frei.
    Fotoquelle: ZDF/Michael Petsch
  • Ein von einem Lavastrom verschüttetes Haus am Südhang des Ätna. Zeugnis der unbändigen Kraft dieses Vulkans. Vergrößern
    Ein von einem Lavastrom verschüttetes Haus am Südhang des Ätna. Zeugnis der unbändigen Kraft dieses Vulkans.
    Fotoquelle: ZDF/Michael Petsch
  • Chiara Vigo und ihr Mann Ginaluca sind Winzer am Ätna. Die erstarrte Lava im Hintergrund erinnert sie immer wieder an den großen Ausbruch, der den Besitz der Familie einst bedrohte. Vergrößern
    Chiara Vigo und ihr Mann Ginaluca sind Winzer am Ätna. Die erstarrte Lava im Hintergrund erinnert sie immer wieder an den großen Ausbruch, der den Besitz der Familie einst bedrohte.
    Fotoquelle: ZDF/Michael Petsch
Natur+Reisen, Natur und Umwelt
ÄTNA - Höllenschlund im Mittelmeer

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
3sat
Sa., 21.07.
06:20 - 06:35


Der Ätna gehört zu den aktivsten Vulkane der Erde. Mit einer gewaltigen Höhe von über 3300 Metern dominiert er Sizilien. Es ist das Porträt eines der faszinierendsten Naturwunder Europas. Dieser Film dokumentiert mit eindrucksvollen Bildern von Eruptionen, welche Urkraft in den Tiefen des Ätna schlummert. Wissenschaftler erklären, welche Gefahren von ihm ausgehen. Einheimische zeigen, wie sie es gelernt haben, mit den Tücken von "Mama Ätna" zu leben. So liebevoll bezeichnen die Sizilianer den Vulkan, der sie ständig bedroht: "Wie eine brummelige Landmama", die ihre eigene Suppe kocht und "sich ungern in die Karten schauen lässt", fasst Dr. Boris Behncke den Charakter des Ätna zusammen. Er ist Deutscher, arbeitet seit rund 20 Jahren als Vulkanologe im INGV, der staatlichen italienischen Überwachungszentrale in Catania. Er hat unzählige Ausbrüche miterlebt und erzählt in diesem Film vom durchaus tückischen Charakter des Vulkans. Im März 2017 erlebte er die gefährlichste Situation seiner Laufbahn, als glühende Lavabrocken über einer Eisfläche plötzlich explodierten. Die Bilder der fliehenden Menschen, die in der Nähe waren, gingen durch die Nachrichten in aller Welt. Für Dr. Behncke indirekt auch ein Zeichen dafür, dass "Mama Ätna" ihren Charakter allmählich ändert: vom "gutmütigen" Vulkan zu einem eher explosiven Wesen. Fast jedes Jahr bricht er, respektive sie, einmal aus. Die Gefahren für die Anwohner halten sich zwar in Grenzen, seit der obere Teil des Ätna zum Nationalpark erklärt wurde, der nicht bebaut werden darf. Reißen jedoch Flanken in tieferen Regionen auf, gibt es fast nichts, was den Lavafluss stoppen kann. Winzerin Chiara Vigo erinnert sich daran, wie sie als Kind miterleben musste, dass ein Ausbruch im Norden bei Randazzo fast alle Weinberge der Familie vernichtete: eine Katastrophe, denn versichern kann man sich am Ätna bis heute nicht dagegen. Dass der Lavastrom einen Rest der Habe übrig ließ und "wie durch ein Wunder" urplötzlich die Richtung änderte, wie Chiara im Film erzählt, wird sie nie vergessen. Gemeinsam mit ihrem Mann Gianluca baut sie heute hier den "Nerello Mascalese" an, die typische rote Rebsorte der wenigen, etwa 130 Winzer am Ätna. Dass der Vulkan nicht nur nimmt, sondern auch gibt, weiß sie zu schätzen. Der fruchtbare und mineralreiche Vulkanboden ermöglicht den Anbau von Wein, Oliven, Pistazien und vielem, was die sizilianische Küche ausmacht. Wann aber Mama Ätna das nächste Mal ihren Höllenschlund öffnen wird, vermag niemand genau zu sagen. Die Vulkanologen am INGV können zwar jedes Zittern der Gasblasen im Inneren des Berges messen und mit der Häufigkeit der Intervalle auch vage Prognosen treffen, ob ein Ausbruch wahrscheinlich ist. "Aber das Einzige, was wir wirklich mit Sicherheit ausschließen können, ist, dass der Ätna morgen erlischt", konstatiert Dr. Behncke. So beobachtet er weiter jede Regung des Vulkans - nicht nur während seiner Schichtarbeit in der Überwachungsstation in Catania. Für seine Familie und sich hat er eine Wohnung gemietet - mit freiem Blick auf die Hauptkrater des Ätna.


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