Eine Aufnahme vom 12.10.2019 aus der Kölner Philharmonie Zwischen Mozart, Jazz und Folklore: Alice Sara Ott spielt mit dem WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Chefdirigent Cristian Măcelaru das Klavierkonzert in G-Dur von Maurice Ravel. Ravel schrieb dieses Konzert um 1930 - es handelt sich um sein einziges "normales" Klavierkonzert, neben dem kurz zuvor entstandenen Konzert für die linke Hand. Trotzdem hat Ravel gerade dieses Stück als "ein interessantes Experiment" bezeichnet. Der besondere Reiz liegt darin, dass es musikalische Elemente von Klassik, Jazz und Folklore vereint. So sind im ersten Satz allein fünf verschiedene Themen zu hören; drei orientieren sich am Jazz, zwei an spanischer und baskischer Volksmusik. Ravel wollte sich nie bewusst über Kompositions- und Harmoniegesetze hinwegsetzen. Stattdessen sah er seine Musik als Evolution aus den Traditionen der musikalischen Vergangenheit. Die deutsch-japanische Pianistin Alice Sara Ott begann ihr Studium bereits mit zwölf Jahren am Mozarteum in Salzburg, obwohl ihre Mutter, selbst Pianistin, anfangs alles unternommen hatte, damit ihre Tochter eben nicht das Künstlerinnendasein zum Lebensentwurf wählt. Doch selbst bei ihrer jüngeren Schwester Mona Asuka konnte die Mutter das nicht verhindern. Heute spielt Alice Sara Ott mit Stardirigenten von Paavo Järvi bis Gustavo Dudamel und mit den besten Orchestern von Wien bis Los Angeles. Den komplexen ersten Satz des Ravel-Klavierkonzerts trägt sie mit virtuoser Leichtigkeit vor, während sie die Phrasen des poetischeren zweiten Satzes in fließender Klarheit zur Geltung bringt. Als Zugabe wählt die Pianistin die Gnossienne Nr. 3, komponiert von Erik Satie. Maurice Ravel: Klavierkonzert G-Dur Erik Satie: Gnossienne Nr. 3 Alice Sara Ott, Klavier WDR Sinfonieorchester Cristian Măcelaru, Leitung