Der Filmregiestudent Ralf Päschke hat endlich sein erstes eigenes Projekt: Er soll einen Dokumentarfilm über eine Gruppe von fünf jungen Frauen mit deren resoluter Meisterin im Narva-Glühlampenwerk an der Warschauer Straße in Berlin drehen. Von den Mädchen anfänglich neugierig bis belustigt beäugt, gewinnt Ralf allmählich ihr Vertrauen und lernt sie auch persönlich näher kennen. Nach einem kurzen Flirt mit der gewitzten Susi entdeckt Ralf die zurückhaltende Abiturientin Kerstin, die von den anderen ausgegrenzt wird, da sie wegen eines Diebstahls nicht zum Studium zugelassen wurde. Stattdessen muss sie sich im Betrieb bewähren. Insbesondere die selbstbewusste Anita sucht immer wieder Streit mit Kerstin. So bekommt der erste Anschein von einem perfekten Team bald kleine Risse. Ausgelöst durch ein Interview von Ralf entdecken die jungen Frauen, dass die von ihnen geachtete Meisterin Maria Boltzin genau Buch führt über ihre kleinen beruflichen Verfehlungen. Vor laufender Kamera kommt es zu einer hoch emotionalen Auseinandersetzung, die zum Nervenzusammenbruch der Meisterin führt. Auch die angespannte Situation mit Kerstin wird weiter befeuert, als eines Tages Geld fehlt. Mit diesem starken Ensemblefilm gelang Regisseurin Iris Gusner das sensibel inszenierte Porträt einer Frauenbrigade und zugleich eine realitätsnahe, gesellschaftskritische Sozialstudie über die Themen Vertrauen und Kollegialität. Gedreht wurde an Originalschauplätzen, der ehemalige VEB Narva-Gebäudekomplex in Berlin-Friedrichshain heißt heute Oberbaum-City. In der Reihe "rbb retro" sendet das rbb Fernsehen am kommenden Freitag (13.03.) um 22:00 Uhr die DEFA-Komödie "Ein irrer Duft von frischem Heu" (1977) mit Ursula Werner und Peter Reusse in den Hauptrollen.