Als die Banane in den Norden kam

Arbeiter hängen Bananen in einer Reifekammer auf. Bis Mitte der 60er Jahre wurden Bananen in Stauden - nicht in Kartons - transportiert. Vergrößern
Arbeiter hängen Bananen in einer Reifekammer auf. Bis Mitte der 60er Jahre wurden Bananen in Stauden - nicht in Kartons - transportiert.
Fotoquelle: NDR/docstation/Greenyardfresh
Report, Dokumentation
Als die Banane in den Norden kam

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2017
NDR
Mi., 06.02.
21:00 - 21:45


Die Dokumentationsreihe berichtet über Ereignisse und Menschen, die den Norden Deutschlands bewegten. Dabei taucht sie in die vergangenen Jahrzehnte ein.
Hafenarbeiter Wolfgang Hartmann isst bis heute keine Bananen. Bis zu 50 Kilogramm wogen die Bananenstauden, die er aus dem Schiffsbauch auf Förderbänder wuchten musste. "Das war harte Arbeit, das ging ins Kreuz."
Wolfgang Hartmann arbeitete im Hamburger Hafen, Schuppen 42. Dort kam das sogenannte "gelbe Gold" an. "Wenn Bananen kamen, war Alarm. Viele versuchten, sich vor der Arbeit zu drücken", erinnert er sich.
Bis in die 1950er-Jahre waren Bananen teurer Luxus. Bezahlbar und quasi Grundnahrungsmittel wurden die Bananen erst mit der Erfindung des Bananenkartons Mitte der 1960er-Jahre. Der Karton rationalisierte den Transport und vereinfachte den Handel.
Heutzutage gehören Bananen zu den umsatzstärksten Artikeln im Supermarkt. Zwölf Kilogramm Bananen werden durchschnittlich von einer Person pro Jahr verzehrt. Ein Großteil des Imports läuft noch immer über die Häfen Hamburg und Bremerhaven. Die Banane hat die Besitzer norddeutscher Handelshäuser reich gemacht.
Die ersten Bananen kamen Ende des 19. Jahrhunderts von den Kanarischen Inseln. Eine längere Anreise, etwa aus Lateinamerika, war nicht machbar. Und obwohl die Stauden in mit Stroh ausgekleideten Holzkisten verpackt waren, überstanden viele den Transport nicht. Manchmal mussten ganze Schiffsladungen Bananen über Bord entsorgt werden, weil sie vorzeitig reif geworden waren.
Erst mit der Erfindung des Kühlschiffs waren lange Transporte möglich. 1911 wurden die ersten Bananen aus Kolumbien geholt, ein Gemeinschaftsunternehmen des Fruchtimporteurs Theo Port mit der Reederei Hapag.
Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten war es mit dem Bananenimport vorbei. Die Devise lautete damals, dass Deutsche auch Obst aus Deutschland essen sollten. Die Fruchtimporteure verlegten sich auf Apfelsinen aus dem faschistischen Spanien. Doch unumstrittene Hauptfrucht war der Apfel. Nach dem Krieg wurde die Banane erneut zum Politikum. Bundeskanzler Adenauer machte Bananen mit dem zollfreien Import wieder populär. Die Banane als Statussymbol, das zieht sich durch die Geschichte der DDR durch bis zum Fall der Mauer 1989.
Das NDR Team verfolgt den Weg der Bananen von einer Bioplantage in Peru über die Eingangskontrolle im Hafen bis in die Bananenreiferei. Denn erst hier bekommen die Früchte ihre gelbe Farbe.


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