Dominik Graf hat mit "Am Abend aller Tage" eine lebensgefährliche Liebesgeschichte um ein verschollenes Gemälde inszeniert und reflektiert dabei über die Frage: Wem gehört die Kunst? Philipp Keyser ist Anfang 30, als man ihm noch einmal eine Chance gibt: Für eine Gruppe Geschäftsleute soll er ein verschollen geglaubtes Gemälde des deutschen Expressionisten Ludwig Glaeden aufspüren und den Ankauf in die Wege leiten. Koste es, was es wolle. Als leidenschaftlicher Verehrer Glaedens stürzt sich Philipp ohne Zögern in diesen Auftrag. Doch der mutmaßliche Besitzer des Bildes - "Die Berufung der Salomé" -, der 84-jährige Sammler Magnus Dutt, ist erst unerreichbar und dann nicht bereit zu offenbaren, ob er die "Salomé" je besessen hat. So beginnt Philipp, sich der Großnichte Dutts zu nähern, der Künstlerin Alma. Er umwirbt sie, indem er den brachliegenden Garten ihres Onkels erblühen lässt. Langsam öffnet sie sich ihm und vertraut ihm verschwiegene Dinge aus dem Leben ihrer Familie an. Die Jagd nach dem Bild zieht Philipp in einen Strudel, in dem sich Liebe, Schuld und die Hingabe zur Kunst auf eine lebensgefährliche Weise vermischen. Ein Strudel, in dessen Zentrum ein Bild schimmert, das es womöglich gar nicht gibt.