André Malraux war so viel: Schriftsteller, Filmregisseur, Abenteurer, Politiker und ohne Frage einer der bedeutendsten französischen Intellektuellen der 30er Jahre. Die Begegnung mit Charles de Gaulle Ende des Zweiten Weltkriegs hatte etwas von einer Liebe auf den ersten Blick und prägte seine Karriere fortan entscheidend. Am Ende des Treffens willigt Malraux zum ersten Mal in seinem Leben ein, sich hinter jemandem einzureihen, und wird Informationsminister der Dreiparteienregierung. Während de Gaulles 15 Jahre dauernden Rückzugs aus der Politik arbeiteten er und Malraux weiter eng zusammen. Nach dem erneuten Regierungsantritt des Generals im Jahr 1958 ernannte er den "genialen Freund" zum ersten Kulturminister der Fünften Republik. Das neue Ministerium galt anfangs als kurzlebig, doch der abenteuerlustige Malraux konnte es entgegen aller Widerstände fest in der politischen Landschaft Frankreichs verankern. Dennoch hatte er als Politiker viele Feinde. Bei der Linken galt der ehemalige Weggefährte der Kommunistischen Partei als Verräter, und noch stärker wurde er von den französischen Intellektuellen angefeindet. Im eigenen, dem gaullistischen Lager, hatte der berühmte "Überläufer" den Ruf, auch als Minister impulsiv und unkontrollierbar zu sein. Der Film legt den Schwerpunkt auf jene Lebensphasen, die André Malraux in der Nähe der Macht verbrachte, und ergründet alle Aspekte seiner zwanghaften Besessenheit: Wie gelang Malraux die Verschmelzung von Wort und Tat, von Kunst und Politik? Was gewann, was verlor er? Welche Ambivalenzen, Legendenbildungen und Widersprüche gingen damit einher? Um dieses letzte Geheimnis des Schriftstellers zu ergründen, befragt Regisseur Xavier Villetard zum einen Malrauxʼ Adoptivsohn, zum anderen maßgebliche Zeitzeugen wie Olivier Todd, Catherine Tasca, Charles-Louis Foulon, Maryvonne de Saint Pulgent, Pascal Ory, François de Saint-Chéron und Vincent Martigny.