Andris Nelsons gehört schon mit Anfang 40 zu den großen Dirigenten unserer Zeit. Die Presse bezeichnet ihn als Maestro "auf der Überholspur" - mit Blick auf seine atemberaubende Karriere. In Leipzig reiht er sich ein in die lange Tradition berühmter Gewandhauskapellmeister, darunter Felix Mendelssohn Bartholdy, Arthur Nikisch, Kurt Masur und Herbert Blomstedt. Das Filmporträt zeichnet die steile Karriere des jungen Letten nach: Die musikalischen Anfänge in seiner Geburtsstadt Riga, seine Ausbildung zum Trompeter, seine Entscheidung für das Dirigieren, seine erste Stelle als Chefdirigent an der lettischen Nationaloper im Alter von nur 24 Jahren, weitere Stationen in Herford und seit 2014 ist er Chefdirigent beim Boston Symphony. Sein dortiger Vertrag läuft noch bis 2022, parallel zum Amt des Gewandhauskapellmeisters. Nelsons ignoriert den Hype um seine Person. Ob beim Applaus oder bei öffentlichen Terminen: Jenseits der Musik wirkt er bescheiden zurückhaltend, manchmal fast verlegen - ein Charakterzug, der ihm sowohl beim Publikum als auch bei den Musikern viel Sympathie einbringt. Jenes verschmitzt-glückselige Lächeln, das er nach seiner ersten "Walküre" am Opernhaus Riga 2002 gezeigt hat, als er auf Fragen lediglich: "I'm just full of music" von sich geben konnte, dieses Lächeln und das innere Leuchten, dieses Staunen über die Unermesslichkeit der Musik, das hat er sich bewahrt.