Animationsfilm-Fest auf ARTE

Report, Themenabend
Animationsfilm-Fest auf ARTE

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Filmreihe
arte
Mi., 13.06.
21:50 - 23:05


Der erste britische Animationsfilm unter der Regie von John Halas und Joy Batchelor hieß im Jahr 1954: "Animal Farm - Aufstand der Tiere". George Orwell schrieb sein berühmtes Buch beeinflusst von der Niederlage der Republikaner gegen Franco im spanischen Bürgerkrieg - Orwell war selbst vor Ort gewesen. Mit seiner Veröffentlichung kurz nach Kriegsende wurde es selbstredend als Parabel auf die russische Revolution gelesen, die in den Stalinismus mündete. "Animal Farm - Aufstand der Tiere" erzählt vom Versuch der Tiere einer Farm, eine egalitäre Gesellschaft aufzubauen, und seinem schmerzlichen Scheitern. Der Schluss des Films weicht von dem des Buchs deutlich ab: Die Schweine rufen eine "animalische Weltrevolution" aus, nach der ihresgleichen die Macht übernehmen, und zwar auf jedem einzelnen Bauernhof. In der letzten Szene des Films beginnen die unterdrückten Tiere, gegen das totalitäre Regime zu rebellieren. Die Arbeiterbewegung ist das Thema des ersten vollständig animierten französischen Fernsehfilms, einer ARTE-Koproduktion: "Tod eines Genossen". Im rauen Klima der Bretagne treten Edouard, Zef, Désiré und Paulette - Kollegen, Genossen und Kindheitsfreunde - in den Streik, um bessere Arbeitsbedingungen auszuhandeln. Als Edouard während einer Großdemonstration auf dem Vorplatz der Fabrik von der Polizei erschossen wird, ist nur eines noch sicher: Der Kampf muss weitergehen. Filmemacher René Vautier hatte 1950 mit seinem Dokumentarfilm dem erschossenen Arbeiter ein Denkmal gesetzt. Der Animationsfilm, eine Adaption des Comics von Etienne Davodeau und Kris, nimmt den Faden noch einmal auf und setzt die schockierenden Ereignisse aus den Nachkriegsjahren subtil und eindrucksvoll zugleich in Szene. Doch die Welt könnte sich radikal von der unterscheiden, die wir aus Geschichtsbüchern zu kennen glauben. Was, wenn Napoleon IV. mit Preußen einen Frieden ausgehandelt hätte und es gar nicht erst zum Krieg gekommen wäre? Und was, wenn alle wichtigen Wissenschaftler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verschwunden wären, ohne bedeutungsvolle Erfindungen zu hinterlassen? In dieser anachronistischen Welt sucht eine junge Frau, April, in Begleitung ihrer sprechenden Katze Darwin und eines jungen, mehr und mehr unentbehrlichen Schurken nach ihren Eltern, entführt von einer geheimnisvollen Macht, die die Intelligenzija für sich arbeiten lässt. Das visuelle Universum des Films ist von den Arbeiten des Comic-Autors Jacques Tardi über die Schrecken der Weltkriege inspiriert - Tardi fungierte auch als Koautor. Beim Festival von Annecy 2015 wurde "April und die außergewöhnliche Welt", eine ARTE-Koproduktion, mit dem "Cristal du long métrage" ausgezeichnet.


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