Die resolute Bäuerin Anne Bäbi Jowäger hat einen Hang zum Okkulten. Als ihr Sohn Jakobli schwer erkrankt und um sein Augenlicht fürchten muss, besorgt sie sich beim Wunderheiler Vehhansli ein Elixir, anstatt den richtigen Doktor zu holen. Auf Geheiss der Wahrsagerin Schnupfseckli macht sich Jakobli schliesslich zur Brautschau auf, denn die Heirat soll ihn heilen. Gegen so viel äusseren Druck kann auch der vernünftige Vater Hansli wenig ausrichten. Aber weder die Wahrsagerin noch der teure Trank von Vehhansli vermögen zu helfen. Ein kleines Wunder geschieht erst, als Jakobli die geldgierige Lisi , die ihm als Braut empfohlen wird, fallen lässt und sich stattdessen auf der Kirchentreppe ins zarte Bauernmädchen Meyeli verguckt. Sie soll - obwohl aus armseligen Verhältnissen stammend - seine Frau werden. Zuerst aber gilt es, die Widerstände der raffgierigen Sippe vom Zyberlihoger unter dem Anführer Joggeli zu überwinden. Und auch die Magd Mädi , die sich Jakobli als Bräutigam angeln wollte, schmiedet unfreundliche Pläne. Doch die Liebe siegt, und das junge Paar heiratet. Das Glück scheint komplett, bis ihr Neugeborenes an Diphterie erkrankt. Erneut lässt Anne Bäbi, die ihren Enkel vergöttert, zu viel Zeit verstreichen. Als endlich der Doktor gerufen wird, ist dem Kind nicht mehr zu helfen. 1843 hatte die Berner Regierung bei Jeremias Gotthelf eine Schrift in Auftrag gegeben, welche die Kurpfuscher und Wunderheiler anprangern sollte, die sich zum Schaden der Schulmedizin auf dem Land umhertrieben. Seinem Temperament folgend schrieb Gotthelf, damals Pfarrer in Lützelflüh, einen ausladenden Roman in zwei Teilen, in dessen Zentrum das Thema des Glaubens, des Unglaubens und des Aberglaubens steht. Im März 1843 erschien der erste Teil von «Wie Anne Bäbi Jowäger haushaltet und wie es ihm mit dem Doktern geht», ein Jahr später folgte die Fortsetzung. Regisseur Franz Schnyder hielt sich bei seiner Verfilmung im Jahr 1960 vorerst an dieses Konzept. «Wie Jakobli zu einer Frau kommt» erzählte er komödiantisch, mit saftig derbem Humor. In «Jakobli und Meyeli» dann überwogen die feinen, stimmungsvollen Töne. Der mittelmässige Kinoerfolg liess Schnyder keine Ruhe. Bereits 18 Monate später fasste er die beiden Teile zu einem abendfüllenden, stark gekürzten Film zusammen. Und 1978 präsentiert der Regisseur und Produzent eine zweite, noch radikaler geschnittene Fassung. Allerdings ergänzte er den Film auch mit zusätzlichen Szenen, die er in den früheren Versionen nicht verwendet hatte. Es existieren nur noch die Negative dieser Kurzfassung. SRF hat sie in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Filmarchiv und der Stiftung Memoriav 2013 aufwendig restauriert und zeigt nun den endgültigen «Director's Cut» im Breitwandformat.