Anton und ich

  • Anton fällt das Gehen schwer. Trotzdem bekennt er: "Ich muss mich bewegen. Stillstehen ist das Allerschlechteste." Vergrößern
    Anton fällt das Gehen schwer. Trotzdem bekennt er: "Ich muss mich bewegen. Stillstehen ist das Allerschlechteste."
    Fotoquelle: ZDF/Hans-Dieter Grabe
  • Anton genießt ein warmen Essen, das sein Bruder mitgebracht hat. Vergrößern
    Anton genießt ein warmen Essen, das sein Bruder mitgebracht hat.
    Fotoquelle: ZDF/Hans-Dieter Grabe
  • Im Sommer verbringen Antons Kühe die Nacht auf den Wiesen rund ums Haus. Am Morgen warten sie wiederkäuend auf die Rückkehr in den Stall. Vergrößern
    Im Sommer verbringen Antons Kühe die Nacht auf den Wiesen rund ums Haus. Am Morgen warten sie wiederkäuend auf die Rückkehr in den Stall.
    Fotoquelle: ZDF/Hans-Dieter Grabe
  • Antons Arbeitstag füllen Gespräche mit seinen Kühen. Er nennt sie "meine Damen" und "meine Weibchen", manchmal aber auch - wenn sie seinen Aufforderungen partout nicht folgen - "Drecksau, mistige". Vergrößern
    Antons Arbeitstag füllen Gespräche mit seinen Kühen. Er nennt sie "meine Damen" und "meine Weibchen", manchmal aber auch - wenn sie seinen Aufforderungen partout nicht folgen - "Drecksau, mistige".
    Fotoquelle: ZDF/Hans-Dieter Grabe
  • Anton vor der Tür seines 1626 erbauten Hauses. Vergrößern
    Anton vor der Tür seines 1626 erbauten Hauses.
    Fotoquelle: ZDF/Hans-Dieter Grabe
  • Noch immer lacht Anton, wenn er trotz Krücken auf seinem Hof wieder eine Arbeit geschafft hat. Vergrößern
    Noch immer lacht Anton, wenn er trotz Krücken auf seinem Hof wieder eine Arbeit geschafft hat.
    Fotoquelle: ZDF/Hans-Dieter Grabe
Report, Dokumentation
Anton und ich

Infos
[Ton: Mono]
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2017
3sat
Di., 13.11.
00:45 - 01:50


Anton ist Bauer und Pensionswirt im Berchtesgadener Land. Seinen alten Bauernhof bewirtschaftet er ganz allein, trotz seines hohen Alters und schwerer Behinderung. Doch wie lange noch? Infolge schlecht verheilter Knochenbrüche kann der 76-jährige Anton sich kaum noch bewegen. Um jeden Preis aber will er am archaischen Leben auf dem Hof mit seinen Kühen festhalten - und bekommt schließlich Hilfe von unerwarteter Seite. Seit mehr als 50 Jahren verbringt der Dokumentarfilmer Hans-Dieter Grabe Urlaube und freie Tage hier; der Blick auf die Berge, Hof, Stall, Kühe sind ihm ans Herz gewachsen. Als er Anton, der Ärzte meidet und seine Verletzungen weitgehend unbehandelt lässt, sich schwerkrank auf Krücken schleppend sieht, bekommt er einen Schreck: Was wird, wenn er die schwere Arbeit nicht mehr schafft, nicht mehr hier wohnen kann? Seit 2009 hat der bekannte Dokumentarfilmer seine Kamera immer dabei, wenn er Anton besucht. "Froh war ich", erinnert sich Hans-Dieter Grabe, "dass Anton, der Selbstdarstellung verabscheut, die Anwesenheit der Kamera zuließ - bei seiner schweren Arbeit mit den Kühen, aber auch beim Zubereiten meines Frühstückskaffees mit Schöpfkelle und Kaffeefilter auf einem Küchenherd, in dem sommers wie winters das Feuer knistert. Ich wünschte mir, dass meine Kamera Anton ermutigen könnte, nicht aufzugeben." Anton kann ohne Arbeit nicht leben. Hilfe anzunehmen fällt ihm schwer. Irgendwann liefert er keine Milch mehr an die Molkerei, der Stall genügt nicht mehr den Hygienevorschriften. Doch der alte Bauer gibt nicht auf. Über sieben Jahre dokumentiert Grabes Kamera, wie Antons Schritte immer kürzer, seine Bewegungen immer langsamer werden, aber auch, wie Anton dagegen ankämpft. "Das Ende meines Films", so Grabe, "konnte ich mir nicht anders vorstellen als so: Anton wird aus dem Haus getragen. Unverzüglich beginnen Abrissarbeiten und Umbauten. Umso überraschter und erfreuter bin ich, dass unser Film dank Antons Durchhaltewillen mit ganz anderen Bildern endet." Denn es kommt Hilfe: Ein ehemaliger Viehtransportfahrer übernimmt die schwere Arbeit im Stall. In der Küche steht ein Liegesessel, in dem Anton nun einen großen Teil des Tages verbringt. Am Morgen vor Grabes vorläufig letzter Abreise aber lässt der alte Mann es sich nicht nehmen, ihm eigenhändig das Frühstück zuzubereiten - wie all die Jahre zuvor. Diese Geste zeigt, dass der Dokumentarfilmer, der sich sonst auf den Posten als stiller Beobachter zurückzieht, in diesem Falle mehr ist. Hans-Dieter Grabe hätte diesen Film nicht gemacht, wenn Anton ihn nicht zugelassen hätte. Das Zulassen des Filmens aber scheint auch bei Anton etwas ausgelöst zu haben.


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