Wenn das Meer geht, dann kommen die Austernbauern. Ein Heer von Arbeiterinnen und Arbeitern strömt auf die bei Ebbe freiliegenden Austernbänke an der Küste der Normandie. Manuel Sanz kommt aus dem Staunen nicht heraus. Auf langen Metallbänken liegen viele Tausende von Austernsäcken mit Millionen von Austern. Der 24-Jährige ist Sous-Chef in einem Sternerestaurant in Heinsberg bei Aachen. Er ist aber nicht zum Urlaub machen hier, Manuel will eine Woche lang das Handwerk der Austernbauern erlernen. Ein guter Koch muss jedes Produkt, das er verarbeitet, von der Pike auf kennenlernen - das ist Manuels Überzeugung. Deshalb zieht es ihn auf die Austernbänke, auch wenn's weh tut. Denn die Arbeit ist hart. Bei jedem Wetter müssen die Austernbauern raus und im Akkordtempo Säcke auslegen und einholen, gegen die herannahende Flut sichern und in der Fabrik weiterverarbeiten. Der angehende Sternekoch - denn das ist Manuels Ziel - muss sich unter den neuen Kolleginnen und Kollegen erst mal Respekt verschaffen. Denn die sind skeptisch, ob er sich im rauen Alltag überhaupt bewähren wird. Manuel muss richtig anpacken. Dann will er auch noch mit einem Gericht punkten, das er gemeinsam mit seinem Chef in Heinsberg entwickelt hat: einer Austern-Champagnersuppe. In Sternekochkreisen kam das gut an. Doch in der Normandie isst man Austern traditionell direkt aus der Schale. Die edlen Meeresfrüchte schwimmen auch nicht in Champagner, sondern lediglich in Meerwasser. Kann Manuel seine neuen Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen überzeugen?