Auf dem Weg zum Cyborg?

  • Implantierparty in Schweden. Piercer Jowan Österlund (r. i. B.) implantiert chips Vergrößern
    Implantierparty in Schweden. Piercer Jowan Österlund (r. i. B.) implantiert chips
    Fotoquelle: MDR/Luisa Wawrzinek
  • Oliver Waack-Jürgensen stellt seine Hüft-Idee seinem Orthopäden Dr. Peterhansl vor Vergrößern
    Oliver Waack-Jürgensen stellt seine Hüft-Idee seinem Orthopäden Dr. Peterhansl vor
    Fotoquelle: MDR/Luisa Wawrzinek
  • Hika implantiert Chip Vergrößern
    Hika implantiert Chip
    Fotoquelle: MDR/Luisa Wawrzinek
  • Oliver Waack-Jürgensen, dem Mann, der eine Cyborg-Hüfte haben möchte Vergrößern
    Oliver Waack-Jürgensen, dem Mann, der eine Cyborg-Hüfte haben möchte
    Fotoquelle: MDR/Luisa Wawrzinek
Report, Computer und Informatik
Auf dem Weg zum Cyborg?

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2017
MDR
Do., 02.08.
22:35 - 23:03
Chancen und Risiken technischer Implantate


Die Technik ist in den vergangenen Jahren immer weiter an den Menschen herangerückt, macht das Leben schneller und einfacher. Einige Menschen gehen nun den nächsten Schritt: Cyborgs verschmelzen ihre Körper mit Technik, um ihre Fähigkeiten zu steigern und ihre Sinne zu erweitern. Sie lassen sich Magnete in die Finger spritzen, mit denen sie elektromagnetische Felder wahrnehmen können; Chips unter die Haut pflanzen, mit denen sie Türen öffnen; Geräte in den Schädel implantieren, mit denen sie ihre Sinne schärfen. Ein Haufen Nerds oder Vorreiter unserer technischen Zukunft? Wer sind diese Menschen? Und was treibt sie an? Oliver Waack-Jürgensen aus Berlin trägt zwei künstliche Knie und eine künstliche Hüfte im Körper. Weil er an einer Knochenkrankheit leidet, wird er in den kommenden Jahren eine weitere Hüfte eingesetzt bekommen. So weit, so normal. Doch die neue Hüfte soll mehr können: sein Handy drahtlos aufladen zum Beispiel, über seine Bewegungsenergie. Seine Körperdaten messen und analysieren. Daten speichern und per Bluetooth übertragen. Und vielleicht sogar einen Freifunk-Router beherbergen: WLAN direkt aus der Hüfte. Neil Harbisson ist da schon einen Schritt weiter. Der Brite ist der erste offiziell anerkannte Cyborg der Welt. Er ist farbenblind und kann die Welt nur in Grautönen wahrnehmen. Durch den "Eyeborg", eine Antenne in seinem Kopf, kann er jedoch Farben hören. Ein Sensor scannt die Farben in Neils Sichtfeld, ein Chip in seinem Kopf wandelt diese in Töne um. So hat jede Farbe in seinen Ohren ihren ganz individuellen Klang. Doch Neil kann nicht nur die für uns sichtbare Farbpalette hören: er nimmt damit auch Ultraviolett und Infrarot wahr. Neil Harbisson ist Mitbegründer der Stiftung Cyborg - einer internationalen Organisation, die Menschen hilft, Cyborgs zu werden. So einen Verein gibt es auch in Deutschland: den Cyborgs e.V. in Berlin. Die Mitglieder sind Hacker, Nerds, Künstler und Philosophen. Sie wollen das öffentlich vorhandene "Bild des Cyborgs als willentliche Kampfmaschine" korrigieren. Denn noch sind Cyborgs eine Randgruppe. In einer Zeit, in der der erste Blick nach dem Aufstehen und der letzte vorm Schlafengehen zum Smartphone geht, liegt es jedoch nicht fern, sich vorzustellen, dass wir alle bald Technik in unseren Körpern tragen werden. Sind wir dabei, unsere Menschlichkeit zu verlieren? Was würde das mit unserer Gesellschaft machen? Muss man sich bald aufrüsten, um dazuzugehören? Während in Deutschland die meisten Menschen über solche Ideen fassungslos den Kopf schütteln, ist man in Schweden der Zukunft schon ein Stück näher. Mitten in Stockholm gibt es einen Unternehmenskomplex, in dem die Mitarbeiter bereits Chips unter der Haut tragen. So öffnen sie Türen, bedienen die Kopierer, tauschen untereinander Kontaktdaten aus. Wer dazugehören will, wird auf Implantierparties gechippt. Wie verändert sich das Leben im Kleinen und im Großen, wenn manche Menschen übermenschliche Fähigkeiten besitzen? Wo liegen ethische Grenzen? Die Technik kommt uns schon heute näher, als wir uns jemals vorstellen konnten - in einigen Fällen gar bis unter die Haut.


Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

WDR Wie ich mein Glück wiederfand - Das zweite Leben der Barbara Prachl-Eberhart.

Menschen hautnah

Report | 02.08.2018 | 22:10 - 22:40 Uhr
3.75/5036
Lesermeinung
HR Feuer und Flamme

Feuer und Flamme

Report | 02.08.2018 | 22:45 - 23:30 Uhr
/500
Lesermeinung
MDR Auf dem Weg zum Cyborg?

Auf dem Weg zum Cyborg? - Chancen und Risiken technischer Implantate

Report | 05.08.2018 | 07:30 - 08:00 Uhr
/500
Lesermeinung
News
Jette Joop ist selbst erfolgreiche Unternehmerin. Jetzt gibt sie ihr Wissen weiter.

Designerin Jette Joop möchte jungen Unternehmerinnen in ihrer Show "Jung, weiblich, Boss!" unter die…  Mehr

Radiomoderator, Jurist und Vorbild für einen weltweiten Kinohit: Adrian Cronauer, der mit seinem Slogan "Good Morning, Vietnam" bekannt wurde, ist verstorben.

Der legendäre Radio-DJ Adrian Cronauer ist tot. Aus seinen Kriegs-Erlebnissen wurde 1987 der Film "G…  Mehr

Sila Sahin und ihr Mann Samuel Radlinger sind Eltern geworden. Den Namen ihres Sohnes verraten sie aber noch nicht.

Sila Sahin und ihr Ehemann Samuel Radlinger sind stolze Eltern eines Sohnes geworden. Via Instagram …  Mehr

Benno Winkler wird von seinen Begleitern ausgeraubt und in der Wüste zurückgelassen. Dietmar Bär ging für die Rolle psychisch und physisch an Grenzen.

Dietmar Bär ist ARD-Zuschauern vor allem als Kommissar Freddy Schenk aus dem Kölner "Tatort" bekannt…  Mehr

Endlich mal ohne Mütze: Terence Hill als Forstkommandant Pietro (ganz rechts) in einer entspannten Stunde auf der Alm seines Freundes Roccia mit (von rechts) der von schwerer Verletzung genesenen Ukrainerin Anya (Catrinel Marlon), Pietros Neffe Giorgio (Gabriele Rossi), Rioccas Tochter Chiara (Claudia Gaffuri) und mit Roccia, dem "Felsen" (Francesco Salvi) selbst.

Das Bayerische Fernsehen zeigt die Episoden der zweiten Staffel "Die Bergpolizei – Ganz nah am Himme…  Mehr