Auf den Spuren der Neandertaler
Info, Archäologie • 21.11.2020 • 22:55 - 23:50
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Ein Forscherteam fand heraus, dass die in der Grotte von Bruniquel aufgefundenen Gebilde vor 176.000 Jahren von Neandertalern angelegt wurden. Wie und warum konstruierten die Steinzeitmenschen diese Tropfsteinstruktur?
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Ein Forscherteam fand heraus, dass die in der Grotte von Bruniquel aufgefundenen Gebilde vor 176.000 Jahren von Neandertalern angelegt wurden. Wie und warum konstruierten die Steinzeitmenschen diese Tropfsteinstruktur?
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1990 entdeckten Archäologen in einer Grotte im Dorf Bruniquel abgebrochene Stalagmiten, die rätselhafte kreisförmige Anordnungen bilden. Ein Forscherteam fand heraus, dass die Struktur vor 176.000 Jahren von Neandertalern angelegt wurde.
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Originaltitel
Néandertal: le mystère de la grotte de Bruniquel
Produktionsland
F
Produktionsdatum
2019
Info, Archäologie

Auf den Spuren der Neandertaler

Ein merkwürdiger Fund tief im Inneren einer Tropfsteinhöhle in Südwestfrankreich gibt Archäologen seit mehr als 25 Jahren ein Rätsel auf. In einer Grotte in Bruniquel entdeckten Höhlenforscher nicht nur Spuren von Feuer und damit einen Hinweis auf menschliche Präsenz, sondern auch sechs kreisförmige Anordnungen aus abgebrochenen Stalagmiten - mit einem Durchmesser von bis zu sieben Metern. Gut 400 Stalagmiten zählt die weltweit einzigartige Tropfsteinstruktur, die ein Gesamtgewicht von 2,2 Tonnen aufweist. In Form geschlagen und angeordnet misst sie eine Größe von 112 Linearmetern. Sie gilt als eine der wichtigsten archäologischen Entdeckungen unserer Zeit. Eine im Fachblatt "Nature" veröffentlichte Studie datiert das Alter der Struktur auf 176.000 Jahre - damit muss auch das bisher angenommene Vordringen des Menschen in tiefe Höhlen viel weiter in die Vergangenheit zurückdatiert werden. Das Forscherteam um den französischen Prähistoriker Jacques Jaubert und die Paläoklimatologin Sophie Verheyden betrachten den Neandertaler seither in neuem Licht - seine kognitiven Fähigkeiten standen seit seiner Entdeckung Ende des 19. Jahrhunderts eher in schlechtem Ruf. Wozu diente die aufgefundene Struktur? Erfüllte sie praktische Zwecke oder hatte sie rituelle Funktion? Dass der Neandertaler schon in der frühen Steinzeit über kognitive, soziale und verbale Kapazitäten verfügte, ist nach dem Fund kaum noch von der Hand zu weisen. Hinzu kommt die Beherrschung des Feuers - wichtiges Orientierungsmittel in der Dunkelheit der Grotte. Der Fund sowie jüngste Erkenntnisse und exklusive Bilder lassen ein neues, realistisches Porträt des Neandertalers entstehen. Tatsächlich könnte der Bruniquel-Fund als Beweis dafür dienen, dass auch Steinzeitmenschen bereits Spiritualität besaßen.
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