"Aus tiefster Seele" spricht diese Frau mittleren Alters namens Viktoria: Sie zieht Bilanz über ihr Leben und die Männer darin. Sie stammt aus einer wohlhabenden Familie, ist die Tochter eines Bischofs und Gattin eines untreuen Ehemanns. Zu sich selbst sprechend streift sie durch das mittlerweile leerstehende Haus, in dem sie ihr ganzes Leben verbracht hat. Dabei lässt sie ihre längst verstorbenen Familienmitglieder wieder zum Leben auferstehen. Ihrem Ehemann gegenüber enthüllt sie ihre intimsten Gedanken und Fantasien. Sie vertraut sich einem unsichtbaren Publikum an und berichtet ihm von ihren glücklichsten und traurigsten Momenten. Hat sie sich je frei entfalten können? Je selbstbestimmte Entscheidungen getroffen? Ganz klar und eindeutig spricht Viktoria sukzessive ihr Sexualleben an. Sie erzählt von ihrer Mutter, die ihr keine Liebe gezeigt hat, von ihrem Vater, der von seiner Tochter wiederum zu viel Liebe verlangt hat, und darüber hinaus von den auf sie gerichteten urteilenden Blicken der anderen. Immer verzweifelter versucht sie, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren und den Schein zu wahren. Zwischen Depression und Hysterie, Höhenflug und Todeswunsch will sie der Einsamkeit entkommen. Viktoria trägt ihre Seele im Gesicht, und ihr Gesicht ist wie eine Landschaft. So kann sie problemlos von Rolle zu Rolle wechseln. Ihre multiplen Persönlichkeiten sind das Spiegelbild ihrer Emotionen. In all ihren Identitäten gibt sich Viktoria völlig unbefangen.