B96 - Roadtrip auf der Straße der Träume

  • Straßenschild auf der B96 zwischen Fürstenberg und Neustrelitz. Vergrößern
    Straßenschild auf der B96 zwischen Fürstenberg und Neustrelitz.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
  • Ende der B96 im Kreisverkehr in Saßnitz. Vergrößern
    Ende der B96 im Kreisverkehr in Saßnitz.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
  • Blick vom Rügen-Hotel auf das neue Hafengelände. Vergrößern
    Blick vom Rügen-Hotel auf das neue Hafengelände.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
  • Die Rügendammbrücke auf die Insel Rügen. Vergrößern
    Die Rügendammbrücke auf die Insel Rügen.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
  • Der alte Hafen in Saßnitz auf der Insel Rügen. Vergrößern
    Der alte Hafen in Saßnitz auf der Insel Rügen.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
  • Event-Dinner in Weiß im Schlosspark Oranienburg: Partygäste sitzen an einem Tisch. Vergrößern
    Event-Dinner in Weiß im Schlosspark Oranienburg: Partygäste sitzen an einem Tisch.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
  • Logo "ZDF.reportage". Vergrößern
    Logo "ZDF.reportage".
    Fotoquelle: ZDF/Matthias Ruuck
Report, Reportage
B96 - Roadtrip auf der Straße der Träume

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2019
3sat
Do., 11.07.
09:45 - 10:15
Von Berlin bis an die Ostsee


Nach 53 Kilometern getrennter Wegstrecke durch Ost- und Westberlin führt die B96 am nördlichen Stadtrand wieder zusammen. Die alte Streckenführung der B96 ging dicht am Schloss Oranienburg vorbei, einem der ältesten Barockbauten Brandenburgs. Einmal im Jahr wird der Schlossgarten zur großen Kulisse, strömen Hunderte zum "Picknick in Weiß". Ein riesiges Spektakel unter freiem Himmel. Rustikal dagegen ist die Atmosphäre am Imbissstand von Doris Seidler in Teschendorf. Direkt an der B96 gelegen, geht das Geschäft mit Thüringer Bratwürsten und Erbsensuppe aus der Gulaschkanone besonders gut. Seit Jahren steht die zierliche Frau in ihrem Verkaufsstand und bedient Trucker Fahrer, Urlauber und Pendler. Für die Brandenburgerin ist die Straße ein Segen - knapp 50 Kilometer weiter ist die B96 für die Bewohner von Fürstenberg ein Fluch. Bereits 2013 beantragte die "Wasserstadt" den Titel "Staatlich anerkannter Erholungsort". Eigentlich spricht nichts dagegen, denn Fürstenberg liegt inmitten von Seen und war bereits 1920 Luftkurort. Der Antrag scheiterte, an der B96. Die Bürgerinitiative "B96 raus" kämpft seit Jahren für eine Umgehungsstraße. Bisher wurden 37 Möglichkeiten, die Stadt zu umfahren, diskutiert. Drei Varianten stehen noch zur Wahl. Wofür die Fürstenberger kämpfen, ist in Neustrelitz bereits Realität: eine Umgehungsstraße durch den Ort. Auch deshalb ist die Stadt im südlichen Mecklenburg besonders bei Senioren beliebt. Die Hälfte der Bewohner ist über 50 Jahre alt, ein Drittel sogar über 60. Sie sind die Macher der Stadt, mit Salonorchester, PC-Senioren und einem aktiven Seniorenrat. Und das spricht sich rum. Immer mehr ältere Menschen kommen aus den alten Bundesländern, wie Renate Brosch. Die Düsseldorferin spielt im Seniorentheater und hat sich damit einen Traum erfüllt. Landschaftlich ist dieser Streckenabschnitt der B96 besonders schön, führt er doch durch den Müritz-Nationalpark. Im Dorf Weisdin steht ein historisches Kleinod: ein zweistöckiger Barockbau, Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut. Zwei Jahre stand es zum Verkauf, bis Manfred Achtenhagen zahlungskräftige Käufer fand. Der Immobilienmakler hat sich auf den Verkauf von Gutshäusern und Schlössern in Mecklenburg-Vorpommern spezialisiert. "Nirgendwo in Deutschland gibt es diese Dichte an historischen Gutshäusern", weiß der Experte. Und auch für den kleineren Geldbeutel ist immer noch etwas zu haben, zum Beispiel in Groß Schönefeld, etwas abseits der B96. Wieder auf der Route, ist Neubrandenburg das nächste Ziel. Nach der Wende kam Günther Weber nach Mecklenburg. Der Maschinenbauer aus Hessen wollte hier einen weiteren Produktionsstandort für seine Wurst-, Käse- und Fleisch-Schneidemaschinen aufbauen. Er bekam günstig ein Grundstück, investierte und blieb. Heute arbeiten im Werk 500 Menschen, verlässt jeden zweiten Tag eine Maschine die Produktion. Vor gut einem Jahr hat der Unternehmer der Stadt eine Orgel für die Konzertkirche gespendet. Auf der alten Route der B96 geht es weiter nach Burow. Das Leben der Menschen hier wurde und wird durch die Landwirtschaft bestimmt. Aus der ehemaligen landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft - kurz LPG - ist heute die Burower Gutsmilch GmbH geworden. Zum Betrieb gehören über 900 Milchkühe und fast 1350 Hektar Nutzfläche. Frank Kurzhals hat den Betrieb von seinem Vater übernommen und ist Geschäftsführer. Die schwankenden Milchpreise und der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs machen auch diesem Betrieb zu schaffen. Bis an die Ostsee ist es nun nicht mehr weit. Man sieht bereits die Türme der Altstadt von Sankt Jakobi, Sankt Marien und Nikolai. Die Altstadt von Stralsund gehört mit ihren unzähligen Sehenswürdigkeiten zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Mittelalter gegründet, war Stralsund eine der wichtigsten Handelsstädte im Ostseeraum. Wahrzeichen der Stadt ist heute die neue Rügen-Brücke. Nach nur dreijähriger Bauzeit wurde die 2,6 Kilometer lange, elegante, schiffsähnliche Brücke 2007 eingeweiht. Ein gigantisches Bauwerk und eine architektonische Meisterleistung, die direkt neben dem alten Rügen-Damm mit der Ziegelgrabenbrücke steht. Ohne Stau und Wartezeiten fährt man nun vom Festland auf die größte Insel Deutschlands. Martin Steinkühler war einer der verantwortlichen Ingenieure und ist bis heute stolz, an dem Bau beteiligt gewesen zu sein. Bis zum Ziel der Reise auf der B96 ist es nicht mehr weit. Im Kreisverkehr von Sassnitz endet die längste Straße durch den Osten der Republik. Unweit davon steht das höchste Gebäude von Sassnitz, das legendäre "Rügen-Hotel". Die Fassade des Neungeschossers hat noch immer den Charme von damals und ist dennoch fast immer ausgebucht. Am Ende unserer Reise treffen wir auf das junge Team von der Firma "Kutterfisch". Im Stadthafen von Sassnitz betreibt Geschäftsführer Phillipp Bruns eine kleine Markthalle mit Fischverkauf und großem Restaurant. 35 Mitarbeiter zählen zur Belegschaft, ein Team aus Rüganern und Zugezogenen. Wer von wo kommt, spielt in ihrer Generation kaum eine Rolle. Was zählt, ist ein gutes Arbeitsklima, wirtschaftlicher Erfolg und die Liebe zu Rügen.


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