Der auf vielen Festivals ausgezeichnete Debütfilm beschreibt die Geschichte eines Vater-Sohn-Verhältnisses im Kosovo kurz vor dem Krieg.

Nori (Val Maloku) ist zehn Jahre alt. Mit seinem Vater Gezim (Astrit Kabashi) verkauft er während der 90-er Zigaretten auf den Straßen des Vorkriegskosovo. Eines Tages ist der Vater verschwunden, nach Deutschland soll er geflohen sein. Mit kindlicher Hartnäckigkeit reist ihm Nori hinterher – und nimmt eine harte sowie gefährliche Odyssee in Kauf. Als er den Vater in Deutschland findet, konfrontiert er ihn mit dessen Schuld. Das vielfach ausgezeichnete Langfilmdebüt des aus dem Kosovo stammenden Regisseurs Visar Morina erzählt in ruhigen Bildern vom Zustand permanenter Verunsicherung und Gefahr, die zum Lebensgefühl geworden sind.

Visar Morina, 1979 in Prishtina geboren, verarbeitet in "Babai" eigene Kindheitserfahrungen mit Hausdurchsuchungen, willkürlichen Erschießungen, Ausgangssperren und großer Armut. Davon übrig geblieben ist beim ab dem 14. Lebensjahr in Deutschland aufgewachsenen Regisseur vor allem ein Gefühl, wie die Menschen seiner alten Heimat mit dieser Situation umgingen: Weil der Mensch nicht in permanenter Angst leben kann, wird der Alltag des Schreckens stoisch ertragen. Die vordergründige Gefühllosigkeit im Verhältnis zwischen Vater und Sohn transportiert "Babai" auf verstörende Art.


Quelle: teleschau – der Mediendienst