Bahnschatz Südtirol - Von Meran auf den Ritten

  • Rittnerbahn in Maria Himmelfahrt. Vergrößern
    Rittnerbahn in Maria Himmelfahrt.
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Alexander Schweitzer
  • Rittnerbahn im Bahnhof Oberbozen. Vergrößern
    Rittnerbahn im Bahnhof Oberbozen.
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Alexander Schweitzer
  • Rittnerbahn zwischen Maria Hummelfahrt und Oberbozen. Vergrößern
    Rittnerbahn zwischen Maria Hummelfahrt und Oberbozen.
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Alexander Schweitzer
  • Rittnerbahn am Haltepunkt Lichtenstern. Vergrößern
    Rittnerbahn am Haltepunkt Lichtenstern.
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Alexander Schweitzer
Natur+Reisen, Tourismus
Bahnschatz Südtirol - Von Meran auf den Ritten

3sat
So., 14.10.
13:30 - 14:00


Südtirol bietet Eisenbahnfreunden eine Vielzahl interessanter Bahnen. Ein idealer Ausgangspunkt ist Meran. Von dort geht es ins 31 Kilometer entfernte Bozen. Die Reise führt immer entlang der Etsch. Durch die Brennerbahn wurde Bozen schnell zu einem wichtigen Bahnknotenpunkt. Dort steigt das Filmteam um in die Seilbahn, die es auf das fast 1000 Meter höher gelegene Hochplateau Ritten bringt. Das Paradies für Sommerfrischler wurde einst mit der Rittnerbahn erschlossen. Teile davon existieren noch heute - ein nostalgischer Ausflug in die Bahngeschichte Südtirols. Für die Entwicklung der Kurstadt Meran hatte die 1881 eröffnete Bahnstrecke Bozen-Meran eine zentrale Bedeutung. Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sisi, oder auch der russische Hochadel kamen mit der Bahn. Es gab sogar Kurswagen von St. Petersburg nach Meran. Die äußerst gewinnträchtige Strecke wurde von der Gesellschaft Bozen-Meraner Bahn als private Sekundärbahn erbaut und betrieben. Beim Bau der Strecke zahlt damals das Kaiserreich Subventionen, was aber nur durch einen Trick erreicht werden konnte: Ab 30 Kilometern Streckenlänge beteiligte sich der Staat an den Baukosten. Da die Strecke aber nur 30 Kilometer maß, wurde sie durch Kurven künstlich verlängert auf 31,8 Kilometer - daraufhin flossen die Gelder. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Strecke Teil des italienischen Eisenbahnnetzes, es verkehrten Züge der Trenitalia sowie landeseigene Züge der Südtirol Bahn und der Vinschgaubahn. In Bozen besucht das Filmteam den Waltherplatz mit dem Denkmal Walthers von der Vogelweide, der in Südtirol auf die Welt gekommen sein soll. 1889 wurde das Denkmal erbaut, um das Deutschtum Bozens zu betonen. Später instrumentalisierten die Nazis Andreas Hofer als Verteidiger des Deutschtums, er soll Bozen als letzte "deutsche" Stadt verteidigt haben. In der Nähe des Bahnhofs wirft das Team einen Blick in das Parkhotel Laurin. 1910 erbaut, ist das Hotel eine Art Museum der Kunst des 20. Jahrhunderts. Der Inhaber hat in jedem Zimmer Werke von so bedeutenden Künstlern wie Wassily Kandinsky, Oskar Kokoschka und Paul Flora aufgehängt. Aufgrund seiner Kessellage ist es in Bozen im Sommer oft heiß und schwül. Wohlhabende Bozener haben sich daher seit Langem zur Sommerfrische auf das fast 1000 Meter höher gelegene Hochplateau Ritten begeben. Noch heute verbringen etwa 500 Menschen den Sommer im Örtchen Maria Himmelfahrt. Um leichter hinaufzukommen, wurde eine Zahnradbahn, die Rittnerbahn, gebaut. In den 1960er-Jahren war die Bahn nicht mehr zeitgemäß. Heute bringt eine moderne Seilbahn Sommerfrischler und Touristen in elf Minuten nach oben. Das Panorama auf die Dolomiten ist eine Pracht. Schon Sigmund Freud kam per Bahn dorthin und hat sich in der Ruhe und Schönheit der Natur inspirieren lassen. Eine kleine Schmalspurbahn fährt noch bis Klobenstein, nahe den berühmten Erdpyramiden. Die Reise durch Südtirol endet auf dem Rittnerhorn mit einem sensationellen Blick auf die in der Abendsonne rot glühenden Felsen der Dolomiten.


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