Zum Antritt des neuen Chefdirigenten Alan Gilbert ab der Spielzeit 2019/2020 spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester Beethovens 7. Sinfonie in der Elbphilharmonie Hamburg. Das Werk gilt als Meilenstein der Musikgeschichte. Gegen Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie käme "jede Rocknummer wie eine lahme Ente daher", sagt der Schriftsteller Karl-Heinz Ott (Buch: "Rausch und Stille: Beethovens Sinfonien"). Das Publikum der Uraufführung am 8. Dezember 1813 in der Aula der Alten Universität in Wien jubelte geradezu vor Begeisterung. Unter ihnen das "Nonplusultra der Kunst" (Beethoven): Johann Nepomuk Hummel, Giacomo Meyerbeer, Ignaz Moscheles, Antonio Salieri und Louis Spohr. Viele verstanden diese 7. Sinfonie im Sinne der freudigen Sieges- und Freiheitsstimmung nach der erfolgreichen Völkerschlacht zu Leipzig gegen Napoleon zwei Monate zuvor. In der Beethoven-Literatur lassen sich eine ganze Reihe von außermusikalischen Deutungen zur 7. Sinfonie finden, die vom "antiken Rebenfest" bis zur Hochzeitsfeier, vom Ritterfest bis zur Militärsinfonie reichen. Das von mitreißenden Rhythmen geprägte Scherzo wurde sogar als "Orgie des Rhythmus" (Romain Rolland) oder als "Apotheose des Tanzes" (Richard Wagner) bezeichnet. Beethoven selbst hielt nichts von allzu konkreten Ausdeutungen. Er ließ nur Erklärungen gelten, die sich "auf die Charakteristik des Tonstücks im Allgemeinen beschränken". Das Werk erschließt sich aber durchaus auch abseits außermusikalischer Zusammenhänge als faszinierendes Kunstwerk, das Beethoven "als eines der glücklichsten Produkte meiner schwachen Kräfte" ansah.