Die im Süden Brasiliens zwischen São Paulo und Rio de Janeiro gelegene Felseninsel Ilhabela zeichnet sich durch einen ausgedehnten Regenwald und schöne weiße Sandstrände aus. Im Westen der Insel ist die Küste stark vom Tourismus geprägt und entsprechend modern gestaltet. Der östliche Küstenstrich dagegen bietet einen viel wilderen Anblick, und die wenigen Dörfchen sind lediglich nach vier Stunden Wanderung auf abschüssigen Wegen erreichbar. Im Dorf Bonete begegnet Marc Thiercelin dem berühmten Seefahrer- und Tischlervolk der Caiçaras, das aus einer Mischung zwischen indigenen Tupi-Indianern und europäischen Kolonisatoren entstand. Um der Tourismus- und Projektentwicklung zu trotzen, setzen sich die Caiçaras dafür ein, dass ihre Dörfer auch in Zukunft schwer zugänglich bleiben. Marcelo ist ein um die Erhaltung seiner Kultur besorgter Caiçara-Fischer und außerdem ein "mestre canoeiro", wie die Pirogenbaumeister im Portugiesischen genannt werden. Er gehört zu den wenigen Menschen, die noch wissen, wie man eine Caiçara-Piroge baut - jenen traditionellen Schiffstyp, der dem stürmischen Atlantik mit seinen manchmal drei Meter hohen Wellen standhält. Marcelos Lehrling Mateus, ein junger Caiçara-Fischer, brennt darauf, seine eigene Piroge zu bauen und seinerseits "mestre canoeiro" zu werden. Im Zusammensein mit den beiden lernt Marc ein stolzes Volk kennen, das sich standhaft gegen Massentourismus und Überfremdung zur Wehr setzt, um seine Eigenart zu bewahren.