In seinem entlegenen Kosmos, inmitten der Gailtaler Alpen, erfüllt der "Bauerndoktor" mehrere Funktionen: Er ist Mediziner, Seelsorger und Dorf-Autorität zugleich. Aus dem Alltag des Arztes und seiner Patienten webt der Film das reichhaltige Porträt einer Region. Martin Guttners Ordination ist kommunikatives Zentrum. Er selbst ist sozialer Katalysator eines ländlichen Mikrokosmos, einer Welt, die teilweise noch in Ordnung zu sein scheint. Dabei schildert der Film keine künstliche Idylle, zu sehr sind Verluste und Defizite sichtbar. Viele Bergbauern können sich trotz Förderung kaum noch auf dem Markt behaupten, weil sie der Globalisierung außer ihrer hartnäckigen Existenz wenig entgegensetzen können. Die meisten von ihnen sind Nebenerwerbsbauern, die mit ihren Zweit - und Drittberufen versuchen, den bäuerlichen Betrieb, der seit Generationen identitätsstiftend ist, zu erhalten. Dort, wo die Steilheit der Hänge sich als nicht geeignet für eine agroindustrielle Nutzung erwies, hat sich mit Abstrichen ein bäuerliches Leben erhalten, wie es sonst sehr selten geworden ist. Dieses lebendige Porträt eines Kärntner Landarztes und seiner bäuerlichen Patientinnen und Patienten zeigt die Wirklichkeit hinter der Fiktion in Arztromanen und Fernsehserien. Ein Kalenderjahr lang wird aus dem Leben eines "Bauerndoktors" erzählt, der inmitten der grandiosen Alpenwelt der Lienzer Dolomiten und Gailtaler Alpen seinen täglichen Dienst versieht.