Belmondo, der Unwiderstehliche

  • Jean-Paul Belmondo während Dreharbeiten zum französisch-italienischen Gangsterfilm ""Die Losleger"" von Jacques Deray aus dem Jahr 1970, in dem er den Ganoven François Capella verkörpert Vergrößern
    Jean-Paul Belmondo während Dreharbeiten zum französisch-italienischen Gangsterfilm ""Die Losleger"" von Jacques Deray aus dem Jahr 1970, in dem er den Ganoven François Capella verkörpert
    Fotoquelle: ARTE France
  • Familienfoto Anfang der 1960er Jahre: Jean-Paul Belmondo mit seiner Frau Elodie und den gemeinsamen Kindern Patricia (li.), Florence (2.v.r.) und Paul (vorne) Vergrößern
    Familienfoto Anfang der 1960er Jahre: Jean-Paul Belmondo mit seiner Frau Elodie und den gemeinsamen Kindern Patricia (li.), Florence (2.v.r.) und Paul (vorne)
    Fotoquelle: ARTE France
  • Jean-Paul Belmondo und Regisseur Henri Verneuil (2.v.l.) 1974 bei Dreharbeiten zu ""Angst über der Stadt"", einem französisch-italienischen Action-Krimi, in dem Belmondo einen Pariser Polizeikommissar auf der Jagd nach einem Serienmörder spielt. Vergrößern
    Jean-Paul Belmondo und Regisseur Henri Verneuil (2.v.l.) 1974 bei Dreharbeiten zu ""Angst über der Stadt"", einem französisch-italienischen Action-Krimi, in dem Belmondo einen Pariser Polizeikommissar auf der Jagd nach einem Serienmörder spielt.
    Fotoquelle: ARTE France
  • Von 1966 bis 1974 lebt Jean-Paul Belmondo mit der Schauspielerin Ursula Andress zusammen. Vergrößern
    Von 1966 bis 1974 lebt Jean-Paul Belmondo mit der Schauspielerin Ursula Andress zusammen.
    Fotoquelle: ARTE France
  • Jean-Paul Belmondo in der Rolle des Gabriel Fouquet (li.) und Jean Gabin (Mi.) als Hotelier Albert Quentin in dem französischen Spielfilm ""Ein Affe im Winter"" von Henri Verneuil aus dem Jahr 1962 Vergrößern
    Jean-Paul Belmondo in der Rolle des Gabriel Fouquet (li.) und Jean Gabin (Mi.) als Hotelier Albert Quentin in dem französischen Spielfilm ""Ein Affe im Winter"" von Henri Verneuil aus dem Jahr 1962
    Fotoquelle: ARTE France
Kultur, Künstlerporträt
Belmondo, der Unwiderstehliche

Infos
Synchronfassung, Online verfügbar von 09/09 bis 16/09
Produktionsland
Frankreich
Produktionsdatum
2015
arte
So., 09.09.
21:45 - 23:20


Lässig, männlich, ein bisschen gaunerhaft, aber immer mit einem Lächeln auf den Lippen - so wurde Jean-Paul Belmondo innerhalb eines halben Jahrhunderts zum Lieblingsschauspieler der Franzosen. Eigentlich wollte Bébel, wie ihn die Franzosen gerne nennen, in die Fußstapfen seines Vaters, eines Bildhauers, treten. Doch das Schicksal wollte es anders: Nach einem Zwischenspiel als Berufsboxer ging er zum Theater, wohin er Ende der 80er Jahre auch wieder zurückkehrte, und dann zum Film. Mit Werken wie "Außer Atem", "Ein Affe im Winter", "Abenteuer in Rio" oder "Eva und der Priester" begann seine Karriere in den frühen 60er Jahren. Belmondo gehörte bald zur ersten Riege der Filmschauspieler, seine Popularität wuchs unaufhörlich. Frankreichs große Regisseure wie François Truffaut, Louis Malle und Claude Sautet - später auch Blockbuster-Regisseure - rissen sich um den jugendlichen, unerschrockenen Typ in enger Jeans und knapper Jacke. Belmondo schaffte den Spagat zwischen anspruchsvollem Kino, Abenteuerfilmen und Actionkomödien. Er fühlte sich imstande, alles spielen zu können. Mit dem eisernen Willen, sich selbst dabei nie zu ernst zu nehmen. Der Regisseur Philippe de Broca brachte das heitere Gesicht des Schauspielers ins Kino. Belmondo als waghalsiger Springinsfeld mit Schnauze. Belmondo konzentrierte sich mehr und mehr auf die Rolle des charmanten Draufgängers und verschrieb sich bald völlig dem kommerziellen Kino. In maßgeschneiderten Actionrollen konnte Belmondo seine sportlichen Stärken voll ausleben. Der ehemalige Boxer, der zum Top-Stuntman wurde, kam in über 70 Filmen ohne Double aus - unerschrocken hing er am Hubschrauber, sprang über fahrende Züge oder erklomm den 320 Meter hohen Eiffelturm. Claude Lelouchs Filmdrama "Der Löwe" (1988), das von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiert wurde, brachte ihm seinen einzigen César als bester Hauptdarsteller ein. Danach widmete sich Belmondo wieder dem Theater. Die Rückkehr auf die Bühne war seine Revanche gegenüber den Schauspiellehrern, die ihm einst den Zutritt zur Comédie-Française verwehrt und prophezeit hatten, mit seinem Aussehen würde er niemals Schauspieler werden. In rund 95 Kinofilmen und mehr als 40 Theaterrollen hat er in knapp 50 Jahren mitgewirkt. Selbst an der Seite von Megastars wie Alain Delon, Jean Gabin oder Claudia Cardinale blieb Belmondo stets ungezwungen. Er war wohl das ewige rebellische Kind, das - wie alle großen Künstler - nie erwachsen werden will.


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