"Wir waren mal die Größten. Jungs, die um die halbe Welt segelten, die Leichtigkeit des Seins als Lebensprinzip. Und dann kommt völlig aus dem Nichts ein Anruf: Ich habe einen Hirntumor. Und Bernd, der Sturschädel, glaubt auch noch, er könne dieses Glioblastom besiegen. Und ich solle ihn mit der Kamera begleiten. Kann man als Dokumentarfilmer einen Film drehen, dessen dramaturgischer Höhepunkt der Tod des besten Freundes sein wird?"

15 Monate lang begleitet der Dokumentarfilmer Dietrich Duppel seinen Freund Bernd. Sie reden über das Leben, über ihre Frauen, über ihre Träume. Sie machen noch einmal eine Segeltour, sind immer wieder gemeinsam unterwegs. Bernd, ein smarter und sympathischer Goldschmied, ist der Krankheit dankbar, dass sie ihn aufgerüttelt hat, sein Leben zu ändern. "Ich möchte anderen Menschen, die das gleiche Schicksal haben, Mut machen und zeigen, dass dies keine Endstation sein muss." Er scheiterte grandios. Erbarmungslos drängt sich der Krebs in das Leben und übernimmt die Macht über den Menschen.

Dietrich Duppel filmt mit einer kleinen Handkamera, ganz nah an Bernd, ohne Team. Dadurch entsteht eine bedrückende Authentizität, der man sich nicht entziehen kann und will. Ein Glücksfall sind die Super-8-Aufnahmen von Bernds Vater aus Kiel in den 1960er- und 1970er-Jahren. Diese Aufnahmen, die der NDR Cutter Andreas von Huene kongenial mit dem Verlauf der Krankheit verwebt und der Elektromusiker und Komponist Ben Lukas Boysen musikalisch interpretiert, verleihen dem Film eine ganz eigene Poesie.

"Bernd - Bilder eines angekündigten Todes" erzählt eine schonungslose und gleichwohl zärtliche und berührende Geschichte über Freundschaft, über das Leben, das Sterben und über ein Glioblastom im Hirn eines besten Freundes. Klar, ein trauriger Film. Aber ein Film, der zeigt, dass man seine Träume jetzt in die Tat umsetzen muss.

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