Berthold Beitz war einer der wichtigsten Wirtschaftsführer Deutschlands. Nur wenige Wochen vor seinem 100. Geburtstag ist er im Sommer 2013 verstorben. Untrennbar ist der Name Beitz mit dem Krupp-Konzern verbunden. In den fünfziger Jahren wurde Beitz Generalbevollmächtigter des letzten Alleineigentümers, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, nach dessen Tod im Jahre 1967 steuerte Beitz den Konzern in den schwierigen Zeiten der Stahlkrise. Mit Kompetenz und Charme schaffte er es, den Ruf der "Waffenschmiede" Krupp zu verändern und gleichzeitig das traditionelle Gewicht des Konzerns wieder herzustellen: Auch im Nachkriegsdeutschland hat die Villa Hügel zahllose bedeutende Besucher gesehen, Regierungschefs, gekrönte Häupter und Wirtschaftskapitäne. Bis zu seinem Tode war Berthold Beitz die "graue Eminenz" im ThyssenKrupp-Konzern, auch wenn das operative Geschäft längst in anderen Händen lag. Viele Entwicklungen im Ruhrgebiet und in Nordrhein-Westfalen sind bis heute mit ihm verbunden. Der Stiftungszweck der Krupp-Stiftung, die Förderung von Wissenschaft, Bildung, Sport und Kunst, spiegelte sich im ganzen Leben von Beitz wider. Er unterstützte Universitäten, vor allem die in Bochum und Greifswald, und gründete die Kulturstiftung Ruhr. Der Neubau des Folkwang Museum in Essen wäre ohne den Mäzen Beitz und die Krupp-Stiftung nicht möglich gewesen. Sein Engagement für die deutsche Wirtschaft, und darüber hinaus für die Ostpolitik ging so weit, dass Johannes Rau ihn in seiner Zeit als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens als "Außenminister ohne Gehalt" bezeichnete. In seinem langen Leben hat Berthold Beitz viele Ehrungen erhalten, auch das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Herausragend ist diejenige, die ihm der Staat Israel verliehen hat: Als "Gerechter unter den Völkern", weil er während des Krieges als junger Industrieller in Galizien vielen Juden das Leben gerettet hat. Die WDR-Dokumentation erinnert an Berthold Beitz und zeichnet seinen Lebensweg nach. Kurz vor seinem Tode hatte Beitz dem WDR ein langes Interview gegeben und auf sein Leben zurückgeblickt.