Die dreiteilige Sendereihe "Beruf Königin" porträtiert eine neue Generation europäischer Königinnen, die nicht nur repräsentieren wollen, sondern ihr eigenes Knowhow zeitgemäß einzusetzen verstehen. Am Beginn steht die ehemalige Journalistin Letizia von Spanien.

Was machen Königinnen eigentlich den ganzen Tag? Das fragt die neue ZDF-Reihe "Beruf: Königin" und gibt Antwort am Beispiel der drei Königinnen Letizia von Spanien, Mathilde von Belgien und Maxima der Niederlande. Zwar wohnen sie noch immer in Palästen und tragen bei festlichen Anlässen Kronen oder Diademe. Doch ihr Alltag ist prall gefüllt mit dem Engagement für weltweite Hilfsorganisationen. Sie streiten für Schulbildung, kämpfen gegen Hunger und setzen sich vor allem für die Rechte von Frauen ein. Als Frauen von gekrönten Staatshäuptern wie Letizia an der Seite von Felipe VI. von Spanien haben sie keine offizielle Funktion, doch tragen sie viel Sinnvolles zum Erhalt der Monarchie und zur Kontinuität des Staates bei. Im ersten der drei Filme porträtiert Julia Melchior Letizia von Spanien, eine erfahrene Moderatorin im spanischen Fernsehen und Journalistin bei CNN, für die nach der Heirat mit dem Thronfolger Felipe ein ganz neues Leben begann.

In Spanien ist es besonders hart, Königin zu sein. Die Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen ist hoch, katalanische Separatisten streben die Spaltung des Staates an – und damit den Untergang der Monarchie, die für Tradition und Einheit steht. Nicht selten werden Bilder des Königs auf Scheiterhaufen verbrannt. Letizia setzt sich als eine "Monarchin des 21. Jahrhunderts" für heutige Probleme ein, sie kämpft für Frauenrechte und gegen weltweiten Hunger, für eine verbesserte Bildungspolitik, auch im fernen Mosambik, sie setzt sich für die Träger seltener Krankheiten ein, die nur schwer zu diagnostizieren sind.

Schnell in der Kritik

Auch, wenn mit den drei Töchtern ein Morgen "bei den Bourbonen zu Hause" fast so aussieht wie in anderen Familien auch, darf man dem Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa Glauben schenken, der behauptet: "Es ist nicht leicht, eine Königin zu sein." Jeder Schritt wird beobachtet, bei einer ehemaligen Journalistin besonders kritisch und harsch. Als sich Letizia 2018 bei der Ostermesse in Palma vor Ex-Königin Sophia und die eigenen Kinder stellte, wohl um das Fotografieren zu verhindern, war der darauf folgende Shitstorm riesig. Es wurden ihr "Brutalität und Aggressivität" wegen ihres Verhaltens vorgeworfen.

Da lässt es sich beim Filmfestival von Valadolid leichter leben, wo sie den US-Regisseur Martin Scorsese herzlich begrüßt. 53 Auslandsreisen und 32 Staatsempfänge bringt die Monarchin im Jahr hinter sich. Julia Melchior hat sie ein Jahr lang begleitet. Wie stets gibt sie kein exklusives Interview, wohl weil sie als neutrale Regentin kein einzelnes Medium bevorzugen will. So ist das ZDF-Porträt eher eine Zeitgeschichts-Doku als eine boulevardeske Reportage, eine Art kritische Spiegelung. Julia Melchior, die Autorin, bezeichnet sich selbst als Befürworterin der parlamentarischen Monarchien in Europa als Kontinuum. "Sie sind zeitgemäß, die Länder profitieren davon. In Deutschland wird es keine Monarchie mehr geben, aber die Länder, die sie haben, fahren gut damit."

Auf den Film über Letizia von Spanien folgen am Samstag, 31.08., Mathilde von Belgien und am Samstag, 07. 09., Königin Maxima der Niederlande (ZDF, jeweils 19.25 Uhr).


Quelle: teleschau – der Mediendienst