Beten, Bauhaus, Krankenpflege

  • Außenansicht des Diakonissen-Mutterhauses in Elbingerode mit dem Schriftzug "Neuvandsburg" über dem Eingang. Die Mutterschaft gab sich diesen Namen, nachdem man aus Vandsburg im heutigen Polen fliehen musste. Das "Neu" steht dabei sinnbildlich auch für einen Neuanfang der Diakonissenschaft an einem anderen Ort. Vergrößern
    Außenansicht des Diakonissen-Mutterhauses in Elbingerode mit dem Schriftzug "Neuvandsburg" über dem Eingang. Die Mutterschaft gab sich diesen Namen, nachdem man aus Vandsburg im heutigen Polen fliehen musste. Das "Neu" steht dabei sinnbildlich auch für einen Neuanfang der Diakonissenschaft an einem anderen Ort.
    Fotoquelle: MDR / Philipp Bauer
  • Schwester Anita (li.) und Schwester Renate im Archiv des Mutterhauses, das vor allem von der Anfangszeit der Diakonissenschaft in Elbingerode erzählt. Damals kamen die Schwestern nach einer langen Odyssee aus dem heutigen Polen über Berlin und Rathen nach Elbingerode. Hier machten sie sich auf dem Gelände des Christlichen Kurhotels Bad Waldheim sesshaft. Vergrößern
    Schwester Anita (li.) und Schwester Renate im Archiv des Mutterhauses, das vor allem von der Anfangszeit der Diakonissenschaft in Elbingerode erzählt. Damals kamen die Schwestern nach einer langen Odyssee aus dem heutigen Polen über Berlin und Rathen nach Elbingerode. Hier machten sie sich auf dem Gelände des Christlichen Kurhotels Bad Waldheim sesshaft.
    Fotoquelle: MDR / Anja Schlender
  • Schwester Renate im Interview. Ein Erweckungserlebnis brachte sie nach dem Zweiten Weltkrieg in das Elbingeröder Mutterhaus. Von da an wusste sie, dass sie ihr Leben in den Dienst Gottes und kranker Menschen stellen muss. Sie sagt: "Das Leben als Diakonisse macht aus, dass wir für andere Menschen da sind.” Vergrößern
    Schwester Renate im Interview. Ein Erweckungserlebnis brachte sie nach dem Zweiten Weltkrieg in das Elbingeröder Mutterhaus. Von da an wusste sie, dass sie ihr Leben in den Dienst Gottes und kranker Menschen stellen muss. Sie sagt: "Das Leben als Diakonisse macht aus, dass wir für andere Menschen da sind.”
    Fotoquelle: MDR / Philipp Bauer
  • Die Diakonissenschaft bei der Einweihung des Mutterhauses 1934. Um ihr neues Zuhause zu begutachten, versammelten sich alle knapp 600 Diakonissen. Die Diakonissenschaft umfasst somit damals viermal mehr Schwestern als heute. Vergrößern
    Die Diakonissenschaft bei der Einweihung des Mutterhauses 1934. Um ihr neues Zuhause zu begutachten, versammelten sich alle knapp 600 Diakonissen. Die Diakonissenschaft umfasst somit damals viermal mehr Schwestern als heute.
    Fotoquelle: MDR/Diakonissen-Mutterhaus Elbin
  • Dieses Röntgengerät gehörte bereits im Jahr 1976 zur Grundausstattung des Diakonissen-Krankenhauses in Elbingerode. Meist kamen die teuren Geräte über den Geschenkdienst GENEX aus dem Westen. Die dortige Diakonie unterstützte das Haus in Elbingerode in den Jahren der deutschen Teilung. Vergrößern
    Dieses Röntgengerät gehörte bereits im Jahr 1976 zur Grundausstattung des Diakonissen-Krankenhauses in Elbingerode. Meist kamen die teuren Geräte über den Geschenkdienst GENEX aus dem Westen. Die dortige Diakonie unterstützte das Haus in Elbingerode in den Jahren der deutschen Teilung.
    Fotoquelle: MDR/Matthias Schüler / Diakonie
  • Außenansicht des Diakonissen-Mutterhauses in Elbingerode. Der Architekt Godehard Schwethelm, ein Bauhaus-Schüler, achtete penibel auf die geradlinigen Strukturen des wurde das Diakonissen-Mutterhaus gebaut Mutterhauses. Bis heute hat sich kaum etwas an dem äußeren Erscheinungsbild verändert. Das von 1931 bis 1934 gebaute Haus ist Teil der Bauhaus-Ausstellung "Grand Tour der Moderne". 2019 feiert das Bauhaus das 100-Jährige Jubiläum - dann erwartet auch das Mutterhaus Bauhaus-Fans aus der ganzen Welt. Vergrößern
    Außenansicht des Diakonissen-Mutterhauses in Elbingerode. Der Architekt Godehard Schwethelm, ein Bauhaus-Schüler, achtete penibel auf die geradlinigen Strukturen des wurde das Diakonissen-Mutterhaus gebaut Mutterhauses. Bis heute hat sich kaum etwas an dem äußeren Erscheinungsbild verändert. Das von 1931 bis 1934 gebaute Haus ist Teil der Bauhaus-Ausstellung "Grand Tour der Moderne". 2019 feiert das Bauhaus das 100-Jährige Jubiläum - dann erwartet auch das Mutterhaus Bauhaus-Fans aus der ganzen Welt.
    Fotoquelle: MDR / Philipp Bauer
  • Die Schwesternschaft bei einem Mittagsmahl. Im großen Speisesaal nehmen die Diakonissen noch heute ihre Mahlzeiten ein. Gemeinsames Essen gehört seit jeher zum festen Alltag der Diakonissen. Vor und nach dem Essen wird gesungen und gebetet. Vergrößern
    Die Schwesternschaft bei einem Mittagsmahl. Im großen Speisesaal nehmen die Diakonissen noch heute ihre Mahlzeiten ein. Gemeinsames Essen gehört seit jeher zum festen Alltag der Diakonissen. Vor und nach dem Essen wird gesungen und gebetet.
    Fotoquelle: MDR/Diakonissen-Mutterhaus Elbin
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Beten, Bauhaus, Krankenpflege

MDR
Di., 14.08.
20:45 - 21:15
Das Diakonissen-Mutterhaus in Elbingerrode


Mit ihren 84 Jahren dreht Schwester Renate regelmäßig ihre Runden im hauseigenen Schwimmbecken - unten im Keller, direkt unter dem Kirchsaal. Eine architektonische Besonderheit des Diakonissen-Mutterhauses "Neuvandsburg" in Elbingerode. "Ich finde das sehr schön, dass ich in meinem Alter im Wasser meine Glieder bewegen kann", sagt die Diakonisse, eine von 150, die heute noch hier leben. Einst waren es 600. Gebaut wurde ihr zeitloses Zuhause in den 1930er-Jahren vom Bauhaus-Architekten Godehard Schwethelm ganz nach den Wünschen der Schwesternschaft. Die evangelischen Diakonissen haben ihr Leben dem Dienst an anderen Menschen und dem Glauben verschrieben. So war Schwester Renate lange Zeit Stationsschwester auf der inneren Abteilung im benachbarten Diakonissen-Krankenhaus. Das Haus genoss zu DDR-Zeiten einen hervorragenden Ruf, wie so viele kirchliche Krankenhäuser. "Wir kriegten dankenswerterweise viele Geräte, die damals in den 80er-Jahren der Staat nicht aufweisen konnte. Zum Beispiel wenn ich an den Sonografen denke, an die Endoskopiegeräte denke - wir sind da reich bestückt gewesen", erinnert sich Schwester Renate an die überdurchschnittliche technische Ausstattung, über die das Krankenhaus dank der Unterstützung seitens der Diakonie im Westen Deutschlands verfügte. Zudem waren die christlichen Krankenhäuser bekannt für einen anderen Geist der Pflege. Gerade in der Suchttherapie war Elbingerode ein Begriff. Aufgebaut hat sie der Psychiater Klaus-Herbert Richter, der besonders die enge Beziehung der Suchtkranken an die Diakonissen hervorhebt: "Es war eine erstaunliche Erfahrung, dass Patienten, egal wie sie vorgeprägt sind, auch glaubensmäßig, ein großes Urvertrauen den Schwestern entgegenbringen. Das war ein großes Geschenk in meinem Leben." Das heutige Diakonie-Krankenhaus, nur 100 Meter vom Mutterhaus entfernt in einem in den 90er-Jahren entstandenen Neubau, hat die Suchttherapie fortgesetzt und zu einer modernen Rehaklinik ausgeweitet. Was Patienten und Besucher ins Staunen brachte und bringt ist auch die außergewöhnliche, ideenreiche Bauhaus-Architektur des Diakonissen-Mutterhauses. Der Hausvater und Pfarrer Reinhard Holmer schwärmt: "Was mich damals fasziniert hat, war, dass es so gut erhalten war. Im Gesamtkontext der DDR fiel das natürlich besonders auf. Es war einfach noch mal eine Klasse besser, als das, was man normalerweise in der DDR erlebte und kannte, weil es eben auch so gut von den Schwestern gepflegt wurde." Der Altersdurchschnitt der Diakonissen liegt heute bei 79 Jahren, in wenigen Jahrzehnten wird es keine mehr geben. Bis dahin will Reinhard Holmer das Mutterhaus fit machen für die Zukunft und als einen Ort der Nächstenliebe und Hilfe erhalten. Der Film entführt den Zuschauer an einen verborgenen Ort voller Schönheit und Geschichte und eine Lebensgemeinschaft, die vielleicht aus der Zeit gefallen scheint und über Jahrzehnte vielen Menschen Halt, Hoffnung und Zuversicht gegeben hat.


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