Stadtflucht ist in, besonders bei kreativen Frauen. Gibt es doch auf dem Land nicht nur preiswerte Ateliers und Ausstellungsräume, sondern auch die Möglichkeit zur Selbstversorgung. Wer als Künstlerin den Schritt in die Provinz wagt, wird außerdem anders wahrgenommen - bestaunt und beargwöhnt wie ein seltener Vogel. Filmemacherin Julia Benkert hat sechs Frauen begleitet, die mit Selbstironie und Mut unterschiedliche Visionen verfolgen. Das Künstlerinnenduo "New 11" will im Bayerischen Wald eine Artist-Residency aufbauen. Mit schrägen Performances greifen die Künstlerinnen in den Ort ein, etwa durch Zweckentfremdung eines Bieraufzugs oder am Steuer eines Taxis, wo sie Freifahrten anbieten, egal wohin. Barbara Aschenwald schreibt bevorzugt Geschichten über Menschen auf dem Dorf. Sie lebt im Inntal in Tirol als Selbstversorgerin, gleichzeitig hat sie einen hochmodernen Teich, in den sie mit weißen Kleidern steigt und den die Nachbarn staunend "die Anlage" nennen. Das Gesangstrio "Vaginas im Dirndl" ist viel unterwegs. Die charmanten Musikerinnen tingeln durchs Alpenland und betreiben Aufklärung für Erwachsene. In Bad Leonfelden treffen sie auf "Eine Herde Bullen", gestandene Gstanzl-Sänger, mit denen sie sich aus dem Stegreif ein Gesangsduell liefern. Gemeinsam ist den jungen Frauen, dass sie das Ländliche suchen, es gleichzeitig aber auch infrage stellen. Pionierinnen, die ausloten, wie viel Urbanität und moderner Zeitgeist sich mit dem Dorfleben tatsächlich vereinbaren lässt.