Im letzten Moment kann ein kauziger Waldmensch drei bewaffneten Häschern entkommen, die ihn in seiner Höhle zu stellen versuchen. Auf seinem Weg durch den Wald alarmiert er zwei ebenfalls in Erdgruben versteckte Kollegen. Aber wer ist das, der da mit dem Handy im Wald unter der Erde haust? Es sind dies Fragen, auf die «Borgman» keine Antworten gibt. Etwas später erreicht der Flüchtende eine am Waldrand gelegene, reiche Wohngegend. Er klingelt beim erstbesten Haus und bittet dort vergeblich darum, duschen zu dürfen. Eine Hausnummer weiter behauptet er dreist, Marina , die Frau des Hauses zu kennen. Ihr Mann Richard reagiert äusserst aggressiv und prügelt enthemmt auf den verdreckten Waldbewohner ein. Dadurch fühlt sich Marina verpflichtet, den Mann später heimlich zu verarzten und vorübergehend im Gartenhäuschen unterzubringen. Der Waldbewohner stellt sich später als Camiel Borgman vor und beginnt sich mit ungewöhnlichen Methoden immer mehr bei der Familie von Richard, Marina, ihren drei Kindern und dem dänischen Kindermädchen Stine einzunisten. Der Grossteil des Films spielt dann im Haus der Familie, einem protzigen Anwesen mit riesigem Garten. Um die Kinder kümmert sich die Nanny, und in den unendlich vielen Zimmern wird Luxus, beziehungsweise das, was das gehobene Bürgertum dafür hält, zur Schau gestellt. Regisseur und Autor Van Warmerdam gestaltet diese Trutzburg als Sinnbild einer ganzen Welt, jener Welt, in die sich der geschmackssichere Wohlstandsbürger zurückgezogen hat und sich dort selbstgefällig der Illusion hingibt, dem Ansturm des «Pöbels» trotzen zu können. Doch mit dieser sorgfältigen Abschottung säht die Familie den Keim ihres eigenen Verderbens. Erst die Gier, der Wunsch nach überflüssigem Luxus, der Hass gegen «die anderen» und die von ihren Eltern komplett entfremdeten Kinder sind das Einfallstor, durch das Borgman und seine Kumpane eindringen und Besitz von der Familie ergreifen können. Borgmans kaltes Machtspiel ist wie die Inszenierung eines sich langsam entwickelnden abgründigen Schreckens, dem die «Opfer» - einmal fassungslos, dann wieder lustvoll - entgegensehen und dessen Wahrheit nur Tod heissen kann.