Brasilien ist in Unruhe - ein Jahr nach der Wahl von Jair Bolsonaro. Er ist der neue starke Mann Brasiliens und zugleich einer der umstrittensten und schillerndsten Politiker Südamerikas. Seit Januar 2019 regiert Jair Bolsonaro Brasilien als Präsident und hat seither für jede Menge Schlagzeilen gesorgt. Der 64-jährige Ex-Militär gilt als rechtsextrem, und er verherrlicht die Militärdiktatur. Er will den Regenwald weiter für die wirtschaftliche Ausbeutung öffnen und hat sich immer wieder verächtlich gegenüber Minderheiten, Frauen und Homosexuellen geäußert. Kritische Presse sind für ihn grundsätzlich Fake News. Das politische und gesellschaftliche Klima im Land hat sich verändert, beobachtet ZDF-Südamerikakorrespondent Christoph Röckerath auf seiner Reise durch Brasilien. Tief im Regenwald spricht er mit indigenen Stämmen, die immer stärker von illegalen Holzfällern bedroht werden, aber auch mit Rinderzüchtern, die sich als Ernährer der Welt verstehen. Eine große Rolle spielt auch die Religion. Die aufstrebenden evangelikalen Kirchen unterstützen die Politik Bolsonaros und sehen sich als Vertreter von Moral und traditionellen Familienwerten, während die vom Priestermangel geschwächten Katholiken für die Rechte der Indigenen und den Schutz des Waldes eintreten. Die Politik ist polarisierter denn je. Das ZDF-Team begleitet die junge und prominente Abgeordnete Tabata Amaral in Brasilia, die versucht, einen Weg der Mitte zu gehen und dafür von rechts und links angefeindet wird. Auch sozial nimmt die Polarisierung zu. Gewalt gegen Frauen und Minderheiten ist auf dem Vormarsch, doch die Betroffenen wehren sich.