Einst der größte Regenwald der Welt, heute am stärksten gefährdet, aber dennoch eine der artenreichsten Regionen weltweit: Der brasilianische Regenwald Mata Atlântica vereint gleich mehrere Superlative. Mit einer ursprünglichen Ausdehnung von 1.300.000 Quadratkilometern erstreckte er sich vormals über weite Teile des östlichen Lateinamerikas. Doch die massive Abholzung während des 20. Jahrhunderts zerstörte über 92 Prozent der Fläche dieses Juwels der Biodiversität. Dennoch zeichnet er sich durch eine außergewöhnliche Artenvielfalt aus: Viele Tier- und Pflanzenarten kommen nur hier vor, denn der Mata Atlântica bedeckt neben den nebligen Küstenebenen auch die zerklüfteten Abhänge des brasilianischen Hochlandes, wodurch sich auf engstem Raum große Unterschiede in Vegetation und Tierwelt entwickeln konnten. So übertrifft dessen bisher erforschte Pflanzendiversität bei weitem die Artenvielfalt ganz Europas - und Jahr für Jahr werden weitere Spezies entdeckt. "Brasiliens grünes Herz am Atlantik" wurde im Naturreservat Serra do Mar innerhalb des Mata Atlântica gedreht und zeigt beeindruckende Aufnahmen seltener Tierarten. Einer dieser hoch spezialisierten Regenwaldbewohner ist der daumennagelgroße, orangefarbene und hochgiftige Froschlurch Brachycephalus pitanga. Er ist eines der kleinsten Wirbeltiere der Welt und hat sich völlig isoliert auf den Berggipfeln der Serra do Mar entwickelt. Aber auch der Kronentyrann mit seinem beeindruckenden roten Federschmuck, das Goldene Löwenäffchen, zahlreiche Amphibien und mehrere Kolibri-Arten sind hier heimisch. Die bildgewaltige Dokumentation unternimmt eine eindrucksvolle Reise zu den verborgenen Bewohnern dieses einzigartigen und bedrohten Naturraums, der nach wie vor so manches Geheimnis birgt.