Nicht alle Schülerinnen und Schüler hierzulande haben die gleichen Chancen auf Bildungserfolg. Schulische Leistung und Aufstiegsmöglichkeiten hängen stark vom sozialen Hintergrund der Kinder ab. "Alle Menschen sind von Geburt an gleich, aber nicht alle haben von Geburt an die gleichen Chancen", heißt es in einer aktuellen OECD-Bildungsstudie. Diese traurige Wahrheit zeigt sich täglich - auch in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt. Ist der Weg von Millionen deutschen Schülerinnen und Schülern also schon durch die Herkunft vorbestimmt? Welchen Einfluss haben Elternhaus, Schule und Viertel auf Chancen und Möglichkeiten? Diesem Thema widmet sich der 45-minütige Film "Chancen für alle? - Schule im Brennpunkt". Dafür begleitet die Dokumentation Schülerinnen und Schüler in Bremerhaven-Lehe, einem Stadtteil, der in der Vergangenheit vor allem wegen Kinderarmut, überdurchschnittlicher Arbeitslosenzahlen und Überschuldungsquoten deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt hat. Doch wie sieht das Leben hier wirklich aus? Was denken die Jugendlichen über das Leben in Lehe, über Schule und Chancen? Um diese Fragen zu beantworten, zeigt der Film sie während ihres Abschlussjahres an der Schule am Ernst-Reuter-Platz. Von hier aus geht es in die Familien, das Viertel, das Leben. Zwischen Boxtraining, Rap-Studio und Abschlussprüfung taucht der Film ein in den Mikrokosmos des Stadtteils - und beleuchtet Herausforderungen und Möglichkeiten im Leben und Schulalltag der Jugendlichen. Wovor haben sie Angst? Wovon träumen sie? Wo wollen sie hin? Gleichzeitig warnt Soziologe und Bestsellerautor Aladin El-Mafaalani: "Chancengleichheit ist ein tolles Wort. Keiner kann dagegen sein, solange das Wort so abstrakt im Raum steht. Wenn es dann konkret in die Umsetzung geht, haben da ganz viele etwas gegen. Und das müssen wir ehrlich und offen ansprechen." Auch hier setzt die Dokumentation an und lässt die übergeordneten Fragen rund um Chancengerechtigkeit und soziale Mobilität im deutschen Bildungs- und Sozialsystem nie aus den Augen. Neben El-Mafaalani hilft im Film auch OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher, die Thematik gesamtgesellschaftlich einzuordnen, zieht dabei auch internationale Vergleiche. Nicole Wind, die Schulleiterin der Schule am Ernst-Reuter-Platz, stellt dabei immer wieder den Bezug zum Schulalltag in Bremerhaven her. Örtliche Exkurse an Schulen mit ähnlichen Herausforderungen in Essen und Heidelberg verdeutlichen zudem die nationale Relevanz der Problematik und eröffnen neue Perspektiven und Lösungsansätze.