Chicago am Rhein

Report, Dokumentation
Chicago am Rhein

Infos
Audiodeskription
Produktionsdatum
2010
WDR
Sa., 17.02.
16:00 - 16:45
Von großen und kleinen Ganoven in Köln


Die Kölner waren stolz auf sich und ihre Stadt. Zu Beginn der 60er Jahre waren die schlimmsten Kriegsschäden beseitigt und die Folgen des Wirtschaftswunders spürbar. Doch die Freude war getrübt. Denn Köln war gleichzeitig die Verbrechenshauptstadt der jungen Republik. In keiner deutschen Stadt wurde so viel gestohlen, erpresst und gemordet. "Chicago am Rhein" titelte damals eine Boulevardzeitung in Anspielung auf die amerikanische Verbrechenshochburg aus der Zeit Al Capones. Raub, Vergewaltigung und Totschlag. Köln galt damals als Stadt der Halb - und Unterwelt. Viele "Größen" dieser Zeit wurden in der ganzen Republik bekannt. Sie selbst sahen sich gerne als ehrenwerte Räuber. Aber Heinrich Schäfer alias Schäfers Nas oder Anton Dumm alias Dummse Tünn kamen immer wieder in die Schlagzeilen. Die Dokumentation von Peter F. Müller wirft einen Blick auf die Verbrechensgeschichte der Domstadt, von den 60er bis zu Beginn der 80er Jahre. Kriminalkommissare und Staatsanwälte, Polizeireporter und Milieugrößen erzählen von den spektakulären Kapitalverbrechen dieser Zeit: Den Banküberfall mit Geiselnahme auf die Deutsche Bank am Dom, den Einbruch in die Domschatzkammer, die Entführungsfälle Erlemann und von Gallwitz. Die großen und kleinen Ganoven des Kölner Milieus hatten mit dieser Art Verbrechen in der Regel nichts zu tun. Im Gegenteil halfen sie bei der Aufklärung so mancher Straftat, wenn etwas gegen ihren Ehrencodex verstieß. Verbrechen an Kindern wurden als Verstoß gegen die Menschlichkeit gewertet und Kirchenraub, zumal aus dem Kölner Dom, das ging gar nicht. Köln war in der Zeit aber auch eine Hochburg der Prostitution und des illegalen Glückspiels, den eigentlichen Tummelplätzen des Milieus. Um dem ausufernden Problem der Straßenprostitution in der Innenstadt Herr zu werden, ließen die Stadtväter das erste Eroscenter Deutschlands bauen. Dem Steuerbetrug im Zockermilieu rückte man mit Undercover-Ermittlern zu Leibe. Die Protagonisten erzählen - manchmal mit einem Schmunzeln - über diese Schattenwelt der Gesellschaft.


Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

arte ãRollaÒ von Henri Gervex aus dem Jahre 1878. Das GemŠlde wird heute im MusŽe dÕOrsay ausgestellt.

Glanz und Elend der Kurtisanen im Spiegel der Malerei

Report | 19.02.2018 | 02:25 - 03:20 Uhr (noch 33 Min.)
/500
Lesermeinung
ZDF Roland Jonkhoff bringt sein Unternehmen auf Cradle-to-Cradle Kurs.

planet e. - Eine Welt ohne Müll

Report | 19.02.2018 | 04:05 - 04:35 Uhr
3.4/5015
Lesermeinung
NDR Tagesschau vor 20 Jahren

Tagesschau - Vor 20 Jahren - 19.02.1998

Report | 19.02.2018 | 04:50 - 05:05 Uhr
/500
Lesermeinung
News
In "Fremder Feind" spielt Ulrich Matthes einen Mann, der alles verloren hat.

Im ARD-Drama "Fremder Feind" spielt Ulrich Matthes einen Familienvater, der alles verliert und sich …  Mehr

Der Brite Henry Cavill spielt den amerikanischen Superagenten Napoleon Solo. Mit Heldenrollen hat er bereits Erfahrung: Dreimal war er schon als Superman auf der Leinwand zu sehen.

Guy Ritchie hat die Serie "Solo für U.N.C.L.E." unter dem Titel "Codename U.N.C.L.E." als Kinofilm a…  Mehr

Pfarrer Benedikt (Thomas Heinze) hat eine sehr eigene Art, Amelie (Margarita Broich, Mitte) und Lou (Maria Ehrich) Trost zu spenden. Amelie lebt auf, Tochter Lou findet es befremdlich.

Gute-Laune-Angriff auf dem ZDF-"Herzkino"-Sendetermin, wo es sonst fast ausschließlich um die Liebe …  Mehr

Rund 60.000 ehrenamtliche Helfer engagieren sich bundesweit für die Tafeln.

In Deutschland leben rund 15 Millionen Menschen in Armut oder sind unmittelbar von ihr bedroht. Der …  Mehr

Roman Mettler (Martin Rapold) hat als Psychiater eine hohe Verantwortung. Ein Fehler von ihm hat weitreichende Konsequenzen.

Zwei Menschen werden mit den Folgen ihrer Entscheidungen konfrontiert. Wie geht man damit um, schwer…  Mehr