Am 20. Dezember 2013 begnadigt der russische Präsident Wladimir Putin völlig überraschend seinen Erzfeind, den ehemaligen Öl-Oligarchen Michail Chodorkowski. Nach zehn Jahren als eine Art persönlicher Polit-Gefangener Putins kommt Chodorkowski nun frei - offiziell aus humanitären Gründen. Die wahren Zusammenhänge liegen im Dunkeln. Klar ist nur, dass Putin am Vorabend der umstrittenen Olympischen Spiele in Sotschi um gute Presse bemüht ist - und dass eine geheimdiplomatische deutsche Mission unter Leitung von Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher dabei eine Rolle spielt. Die Beschränkungen der Haft sind für Chodorkowski nun Vergangenheit. Nach seiner Freilassung absolviert er einen Interview-Marathon für Unterstützer und Medien. Einer, der besonders viele Fragen hat, ist der Regisseur Cyril Tuschi, der bereits 2011 mit seinem Film "Der Fall Chodorkowski" international für Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Nun möchte er noch einen Schritt weiter gehen. Er befragt Michail Chodorkowski als eine Art Kronzeugen für Russland mit einer einmaligen Perspektive: Er kennt seine Heimat von ganz oben - und von ziemlich weit unten. Und Tuschi fordert den Ex-Oligarchen zu schonungsloser Ehrlichkeit heraus: Wer ist Chodorkowski wirklich? Plant er seine Rückkehr nach Russland? Will er sich für seine Haft an Putin rächen?