Sie ist Schauspielerin, Theaterregisseurin, Professorin: Steffi Kühnert. An der traditionsreichen Hochschule für Schauspiel Ernst Busch in Berlin bereitet sie junge Leute auf die Bühne vor. Dort, wo schon Marlene Dietrich, Jan Josef Liefers, Nina Hoss und sie selbst gelernt haben. Dabei spielt Kühnert selbst inzwischen nur noch vor der Kamera, für die Bühne hat sie zu viel Lampenfieber, sagt sie. Dabei feierte die gebürtige Ostberlinerin am Theater große Erfolge: Schillertheater, Schaubühne, die Burg in Wien, Salzburger Festspiele. Dann immer mehr Film: "Sonnenallee", "Halbe Treppe", "Halt auf halber Strecke". In dem Film "Meine Nachbarn mit dem dicken Hund", der am 18. Oktober in Das Erste läuft, spielt sie nun die Ehefrau Susanne, die von ihrem Mann verlassen wurde, dies aber aus Scham geheim hält und sich immer mehr in Lügen verstrickt. Erst ihre neuen Nachbarn, eine alleinerziehende Mutter mit ihrer siebenjährigen Tochter und einem riesigen, sabbernden Hund, bieten ihr die Chance, ihr Leben neu zu ordnen. Eine Paraderolle für die 56-Jährige, die mit einer zuckenden Unterlippe so viel mehr sagen kann, als andere mit vielen Worten. Warum sagt sie von sich, sie sei "die für die Platte"? Was denkt sie 30 Jahre nach dem Mauerfall über die friedliche Revolution von damals? Und was versucht sie ihren Schülerinnen und Schülern jenseits des Theaterhandwerks beizubringen?