Die niederländische Filmemacherin zeichnet die letzten zweieinhalb Jahre von Sudans Leben nach. Geboren 1973, wurde er nach zwei Jahren eingefangen und in einen Zoo in Europa gebracht. Während er dort hinter Gittern sein Dasein fristete, wurden seine letzten freilebenden Artgenossinnen und -genossen ausgerottet. Da er aber im Zoo aufhörte, seiner Vermehrungspflicht nachzukommen, wurde er 2009 in einem Reservat im Süden Kenias ausgewildert. In der Obhut einer kleinen Armee von bewaffneten Wächtern sollte er sich dort mit zwei Weibchen paaren und so den Fortbestand der Art gewährleisten. Während ihrer Reportage trifft die Filmemacherin Tierpfleger und Wächterinnen, die ihr Leben dem greisen Nashorn widmen, Touristen die Tausende von Kilometern hergereist sind, um tiefbetroffen ein letztes Selfie zu schiessen, und Wissenschaftlerinnen, die alles dran setzen, mit den letzten Erkenntnissen der Reproduktionstechnologie doch noch ein junges Nashörnchen zu zeugen und damit den Untergang der Art aufzuhalten. Sudan indessen, der Darsteller seines eigenen Aussterbens, lässt sich vom ganzen Rummel um seine Existenz nicht aus der Ruhe bringen. Er mampft und mampft und mampft Steppengras, und schliesslich, im Alter von 43 Jahren, wird er so altersschwach, dass die Veterinäre ihm den Gnadentod geben müssen. "Der letzte seiner Art" ist nicht nur ein Zeugnis über das Aussterben einer Tierart, sondern auch ein Film über die Spezies Mensch: Sorglos schaut diese zu, wie jedes Jahr Tausende von Tierarten aussterben. Eine davon rückt sie tiefbetroffen ins Zentrum und versucht alles Menschenmögliche, genau deren Auslöschung aufzuhalten. So wird das Aussterben des nördlichen Breitmaulnashorns auch zur Parabel über die Grenzen des menschlichen Wollens und Könnens.