Was tun, wenn das Leben des Ehemanns, der Ehefrau, des Vaters oder der Mutter vom Vergessen bestimmt ist? Wenn die Diagnose Demenz das Familiengefüge durcheinanderbringt, wenn die Pflege der Angehörigen die eigenen Kräfte und die finanziellen Mittel übersteigt? "Das Dorf der Vergesslichen" erzählt von Demenzpatienten aus Europa, die in einem thailändischen Dorf von Einheimischen gepflegt werden. Ihre Familien haben die Entscheidung getroffen, sie fernab ihrer europäischen Heimat in der Einrichtung "Baan Kamlangchay" pflegen zu lassen. Der Schweizer Martin Woodtli hatte die Idee zu diesem besonderen Pflegekonzept, als seine eigene Mutter demenzkrank wurde und er keine passende Pflegeeinrichtung fand. Die Patienten wohnen in Häusern im Dorf verteilt, paarweise laufen sie mit ihren Pflegern durch den Ort, gehen einkaufen und nehmen an traditionellen Festen teil. Wie geht es diesen Europäern, die nun hier in der Fremde leben? Wissen sie überhaupt, dass sie weit weg von Zuhause sind, oder haben sie hier vielleicht ein neues gefunden? Und wie gehen die Einheimischen damit um, dass Menschen aus einem anderen, weit entfernten Kulturkreis Teil ihres Alltags und ihres Dorflebens geworden sind? Der Film wirft Fragen auf, ohne zu werten. Er erzählt von Abhängigkeit, von Absurditäten, vom Vergessen und Erinnern, von Liebe und Freundschaft.