In einem Rache-Western von Kieran Darcy-Smith tritt Liam Hemsworth gegen Woody Harrelson an. Nicht nur inhaltlich, auch schauspielerisch gibt es in diesem "Duell" einen klaren Sieger.

Ein kleiner Junge muss im strömenden Regen mit ansehen, wie sein Papa in einem Messerkampf erstochen wird und dann tot im Dreck liegenbleibt. 22 Jahre später ist aus dem traurigen Knaben ein gestandener Texas Ranger geworden, und er trifft durch eine irrwitzige Fügung des Schicksals den Mann wieder, der seinen Vater einst tötete. – Der Rache-Western "Das Duell" (2016) von Regisseur Kieran Darcy-Smith ("Wish You Were Here") ist schon nach zwei Minuten ein alter Hut. Ein Glück, dass Woody Harrelson da ist, um die Sache zumindest halbwegs in die Spur zu bringen. Hierzulande kam der Film direkt in die Home-Entertainment-Vermarktung, im Ersten ist er nun als nächtliche Free-TV-Premiere zu sehen.

David Kingston (Liam Hemsworth) heißt der Mann, den das Schicksal irgendwann in den 1880er-Jahren auf den Pfad der Vergeltung führt. Als an der texanischen Südgrenze zahlreiche Mexikaner ums Leben kommen, was den fragilen Frieden mit dem Nachbarland bedroht, soll er der Sache nachgehen und prüfen, inwieweit der undurchsichtige Prediger und Skalp-Sammler Abraham Brant (Harrelson) in die Mordserie verwickelt ist.

In Begleitung seiner Gattin Marisol (Alice Braga) schleust sich David – hier wird "Das Duell" zu einem etwas seltsamen Spionage-Western – in die entlegene Grenzstadt ein, die der charismatische Brant fest im Griff hat. Der Gottesmann mit dem beachtlichen Body Count stellt dem Neuankömmling ein paar argwöhnische Fragen, ernennt ihn dann aber doch gleich zum Scheriff. Ab da gibt's viel Gerede, auch ein paar spirituelle Überdehnungen, alles gestreckt auf zähe 110 Minuten (die TV-Fassung ist etwa zehn Minuten kürzer). Dass das Ganze blutig endet, wird niemanden überraschen.

Schauspielerisch zieht Liam Hemsworth in diesem Duell klar den Kürzeren. Der Australier wirkt in dem Western von Kieran Darcy-Smith über weite Strecken fürchterlich verloren. Ganz anders Woody Harrelson, der in dem Täuschen-und-Tarnen-Spiel voll aufgeht und so noch das Beste aus einem ansonsten durchschnittlichen Western herausholt. Hat der Prediger tatsächlich all die Mexikaner auf dem Gewissen? Weiß er, wen er mit David vor sich hat? Erinnert er sich womöglich von Beginn an ganz genau an jenen Messerkampf vor 22 Jahren?


Quelle: teleschau – der Mediendienst