Als die Berliner Jugendrichterin Corinna Kleist einer jungen Delinquentin die Leviten liest, bedankt diese sich mit einem Gedicht für die Richterin und springt danach aus dem Fenster. Kleist wirft das Ereignis aus der Bahn. Zwei Jahre später hat sie sich erholt und fängt im Problembezirk Neukölln neu an. Doch ihre forsche Art kommt nicht gut an. Vor allem ihr Kollege Herbert Wachoviak sieht es nicht gerne, dass seine Arbeitsweise des liberalen und besonnenen Herangehens im Jugendrecht radikal in Frage gestellt wird. Denn Kleist nennt die Probleme beim Namen: Viele der arabisch- und türkischstämmigen Jugendlichen in Neukölln sehen den einfachsten Weg in der Kriminalität, die ihnen ihre Väter und Brüder vorleben. Um die Situation im Team zu entschärfen, bietet der Gerichtspräsident Kleist eine riesige Karrierechance an: Er will sie zur aufsichtsführenden Richterin in der Verwaltung machen. Kleist lehnt ab, denn sie möchte im Brennpunkt des Geschehens arbeiten. Und sie möchte etwas verändern. Sie erinnert daran, dass es im Jugendrecht einen Paragrafen gibt, der es ermöglicht, Verfahren zu vereinfachen zu beschleunigen. Diesen Paragrafen will sie durchsetzen und intensiviert auf eigene Faust den Kontakt zu Schulen und der Polizei. Beim 13-jährigen Rafiq ist Kleist überzeugt, dass er noch eine Chance hat, aus der Kriminalität auszusteigen, in die ihn sein älterer Bruder wegen seiner Strafunmündigkeit bereits reingezogen hat. Nicht nur bei ihren Kollegen macht Kleist sich unbeliebt, sie macht sich auch die Familie Al Wahid zum Feind - eine der drei mächtigsten arabischen Grossfamilien in der Republik. Kann sie diesen Kampf gewinnen?