Fast jede zweite Brille in Deutschland wird bei Fielmann gekauft. Aber wie sieht es hinter den Kulissen des Marktführers aus? "ZDFzeit" stellt Fielmann auf den Prüfstand. Günstige Brillen für wenig Geld - für dieses Image hat Unternehmer Günther Fielmann hart gearbeitet. Heute gehören zum Konzern mehr als 600 Filialen in Deutschland. Und was kaum jemand weiß: Fielmann kauft auch Optiker auf und führt sie unter altem Namen weiter. "Brille: Fielmann": Diesen Slogan kennt in Deutschland dagegen fast jeder. Seit Günther Fielmann 1972 in Cuxhaven sein erstes Geschäft eröffnete, hat sich viel getan auf dem früher so traditionellen Optikermarkt - wo es noch üblich war, im weißen Laborkittel zu bedienen. Oder, wie es der Senior einmal beschrieb: "Ich bin dann in dieses kartellähnliche Gebilde gefahren wie der Habicht in den Hühnerstall." Seine Geschäftsidee: statt teurer Designerbrillen selbst entworfene, modische Brillen zum kleinen Preis. Eine Art Discounter-Prinzip für den Brillenmarkt. Damit revolutionierte er in den 70er- und 80er-Jahren das Geschäft, konnte eine Filiale nach der anderen einweihen. Heute verkauft die Fielmann AG in ihren über 600 deutschen Filialen mehr Brillen als alle anderen Optiker zusammen. "ZDFzeit" durchleuchtet das Brillen-Imperium: Wie fair geht der Konzern mit seinen Mitarbeitern um? Und hält er seine Werbeversprechen tatsächlich ein? Experten prüfen die Qualität der Brillen, Testkäufer checken Beratung und Service. Wird wirklich jede Reklamation anerkannt? Ob Umtausch oder Rückgabe bei Nichtgefallen oder Bestpreis-Garantie - die Kundenzufriedenheit steht laut Fielmann im Mittelpunkt der Firmenstrategie. "Das erzähle ich doch weiter, und dieser Weiterempfehlungseffekt, der schlägt sich viel deutlicher in den Ertragszahlen nieder als die Retouren", erklärt Marketingforscher Prof. Manfred Schwaiger. Beliebt machte sich Fielmann damit in seiner Branche nicht, wegen seiner Werbeversprechen überzog ihn die Konkurrenz mit Klagen, Filialen wurden beschmiert, Türschlösser zugeklebt, Müllcontainer angesteckt. Mitte der 80er-Jahre gab es den Branchenspruch: Optiker mögen zwei Dinge nicht: Leute, die gut sehen, und Herrn Fielmann. Der blieb unbeirrt, trommelte für seine Geschäfte, wenn nötig, mit einem Elefanten in der Fußgängerzone. Heute sind dem Branchenprimus zahlreiche Konkurrenten auf den Fersen: große Optiker-Ketten, kleine Billiganbieter oder Online-Brillenhändler. Fielmann lässt den Markt genau beobachten und versucht, die Mitbewerber beständig zu unterbieten. Inzwischen hat der öffentlichkeitsscheue Günther Fielmann die Geschäftsleitung an seinen Sohn Marc übergeben. Auch der ist für seinen Hang zum Perfektionismus bekannt und wurde vom Vater systematisch zum Nachfolger aufgebaut. "ZDFzeit" konnte den mit 29 Jahren derzeit jüngsten deutschen Konzernchef eines Milliardenunternehmens exklusiv in seinem Arbeitsalltag begleiten.